Nachrichten

Blick für den ländlichen Raum und ein offenes Ohr für aktuelle Themen – Bundesministerin Katarina Barley besucht Schuldnerberatung der Diakonie

Trier – Katarina Barley, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, hat die Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach besucht. Mit großem Interesse ließ Barley sich aus der alltäglichen Arbeit der Schuldnerberaterinnen und -berater berichten. Dabei standen insbesondere die Versorgung von Menschen im ländlichen Raum, die neue Zielgruppe der Flüchtlinge sowie das Thema Altersarmut im Vordergrund.

Bild mit Bundeministerin: Das Team der Schuldnerberatung, Werner Huesgen, Eva-Maria-Schmitt, Katarina Barley, Jürgen Ziegler, Ingrid Mayer, sowie Carsten Stumpenhorst, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes (Bild: ekkt.de)

"Was uns zur Zeit auf der Seele brennt, ist die Beratung von Flüchtlingen", berichtete Werner Huesgen, Schuldnerberater in Kirchberg und Simmern. Es gebe auch dort eine Schuldenproblematik, Handyverträge und Strom seien häufige Themen. Sprachbarrieren sowie ein anderer kultureller Hintergrund machten dabei auch die Arbeit der Schuldnerberatung zu einer Herausforderung, so Huesgen weiter. Die Arbeit werde immer komplexer und nehme viel Zeit in Anspruch, "da brauchen wir mehr Unterstützung." Eva-Maria Schmitt, die Leiterin der Beratungsstelle, ergänzte in diesem Zusammenhang: "Unser Anspruch ist es, die Menschen vor Ort, die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater, fit zu machen."

Ausführlich ließ sich Katarina Barley auch zum Thema Altersarmut berichten. Altersarmut sei kein neues Thema und werde breit diskutiert, erläuterte Huesgen. Dass es sich zu Recht weiter um ein wichtiges Thema handle, habe verschiedene Gründe, oft seien diese auf den ersten Blick nicht immer direkt durchschaubar. So erschienen manche Renten auf dem Papier zwar durchaus gut, im Alltag würde es dann aber mitunter durch verschiedene Verpflichtungen, beispielsweise den eigenen Kindern gegenüber, eng. Und nicht selten erschwere ein ganz anderes Problem die rechtzeitige Hilfe und Beratung: "Die Scham der älteren Menschen ist oft riesengroß.", erklärte Schmitt. Huesgen ergänzte: "Oft gibt es auch einfach eine große Überforderung - Anträge und Vorgänge sind einfach kompliziert. Da wäre eine Vereinfachung wünschenswert." Carsten Stumpenhorst, der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, verwies daran anknüpfend auf die an einigen Stellen bereits vorhandenen "Amtsbescheide in einfacher Sprache". Diese wären zwar nicht rechtsverbindlich, wären aber eine enorme Erleichterung für alle Beteiligten. "Und das hilft allen: Älteren, anderen Leistungsbeziehern und auch Migranten", betonte Stumpenhorst.

Bei allen Punkte wurde deutlich: Diese Fragen sind oft noch einmal unter der ganz eigenen Perspektive des ländlichen Raumes zu betrachten. "Die Strukturen hier sind einfach anders", erläuterte Huesgen. Dessen war sich auch die Ministerin bewusst: "Der ganze Komplex "Ländlicher Raum" hat in dieser Legislaturperiode einen anderen Stellenwert bekommen." Gleiches gilt auch für den Verbraucherschutz im Hinblick auf die voranschreitende Digitalisierung, die z. B. durch das relativ einfache Abschließen verschiedenster Verträge im Internet auch Auswirkungen auf Schuldensituationen hat.