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Beziehungen und Klimaschutz als Ziel kirchlicher Zukunftsarbeit – Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier (EKKT)

EKKT – Am Samstag, 6. November 2021, hat die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier (EKKT) getagt – die rund 80 Synodalen kamen aufgrund der aktuellen Situation per Videokonferenz zusammen. Themen ihrer Beratungen waren unter anderem der Jahresbericht von Superintendent Dr. Jörg Weber, der Haushalt und die Finanzausgleichplanungen für die Gemeinden des Kirchenkreises für das Jahr 2022 sowie die Einrichtung kreiskirchlicher Pfarrstellen für Entlastungs- und Vertretungsdienste in den Gemeinden des Kirchenkreises. Außerdem wählte die Kreissynode die Theologischen Abgeordneten für die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland.

"Wir haben große Anstrengungen im Bereich des Klimaschutzes und damit für die Bewahrung der Schöpfung vor uns" - ein Schwerpunkt des Jahresberichtes von Superintendent Dr. Jörg Weber war der unumgängliche, drängende Klimaschutz (Bild vom Klimastreik in Trier im September 2021)

Beziehung und Klimaschutz als Ziel kirchlicher Zukunftsarbeit - Superintendent Dr. Jörg Weber bei der Aussprache zu seinem Jahresbericht zur Herbstssynode des EKKT 2021

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier (EKKT) tagte aufgrund der aktuellen Lage per Videokonferenz (Alle Bilder: ekkt.de)

Eröffnet wurde die Herbsttagung mit einer Andacht von Pfarrerin Ilona Fritz von der Evangelischen Kirchengemeinde Prüm. Fritz verwies dabei angesichts der beginnenden dunklen Jahreszeit und der Ungewissheit hinsichtlich der Pandemie-Situation auf das schon jetzt von Weihnachten her entgegenkommende Licht: "Das Licht ist bei uns, lassen wir uns anstecken!" Landeskirchenrätin Antje Hieronimus von der Evangelischen Kirche im Rheinland sprach ein Grußwort und erinnerte darin an das Nizänische Glaubensbekenntnis, das von der "sichtbaren und der unsichtbaren", von Gott geschaffenen Welt spricht. In allem sich nicht sehen können und dürfen dieser Zeiten sei Gott dennoch ganz "real in unserer Mitte... und es ist wichtig, sich auch in allen Debatten von Gott leiten lassen", so Hieronimus.

Ein wichtiger Punkt der Aussprache zum Jahresbericht von Superintendent Dr. Jörg Weber war dann zunächst großer Dank an die Synodalen und an all jene, die sich in den vergangenen Monaten im und für den Kirchenkreis eingesetzt haben, die Kirche leiten, verantworten und im täglichen Arbeiten mit den Menschen vor Ort ausmachen: "Wir alle haben ein sehr anstrengendes Jahr hinter uns. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement in dieser Zeit, besonders auch während der Flutkatastrophe, und dafür, dass Kirche für die Menschen vor Ort mit ganz praktischer Hilfe erfahrbar war. Ich bin sehr froh darüber, dass dieser Kirchenkreis sich in seiner ganzen Weite auf diese Weise so engagiert", betonte Weber.

Im Mittelpunkt seines Berichte stand dann auch der Klimawandel und seine Folgen: "Die Flutkatastrophe im Sommer hat gerade auch aufgrund der uns so nahen Auswirkungen im Bereich der Kirchengemeinde Ehrang unmissverständlich deutlich gemacht, dass wir große Anstrengungen im Bereich des Klimaschutzes und damit für die Bewahrung der Schöpfung vor uns haben." Seit mehreren Jahren unterzeichnet Weber gemeinsam mit dem Generalvikar des Bistums, Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, einen Aufruf anlässlich der weltweiten Klimaprotesttage im März und September, persönlich nutzt er zudem das E-Mountainbike für möglichst viele Dienstfahrten, trotz und gerade auch in der räumlichen Weite des Trierer Kirchenkreises, um nur einige Beispiele zu nennen, denn: "Es ist mir ein großes gesellschaftspolitisches wie auch persönliches Anliegen, den Klimaschutz in unserem Denken und Handeln immer weiter nach vorne zu bringen", so Weber in seinem Bericht. Dem Weltklimarat IPCC zufolge werde die drohende globale Temperaturerhöhung um 3 Grad eine für die Menschheit nicht mehr verträgliche Entwicklung nach sich ziehen - die Klimakrise vernichtet jedoch schon jetzt Leben und Lebensgrundlagen weltweit. Es sei deshalb unumgänglich, dass sich Kirche auf allen Ebenen mit den Fragen des Klimaschutzes und der damit zusammenhängenden Vermeidung von Emissionen auseinandersetzen müsse. Dies brauche finanzielle Mittel, wie auch ein Umdenken an vielen Stellen - so würden, erläuterte der Superintendent, der Gebäudestand im Kirchenkreis Trier in Richtung Nutzung und Umstellung von erneuerbaren Energien überprüft, um beispielsweise möglichst viele Photovoltaikanlagen zu erreichten, wie es unter anderem auch auf dem Dach der Superintendentur bereits geschehen ist.

Weber ging in seinem Bericht aber auch auf theologische Zukunftsfragen ein, ein weiterer Schwerpunkt seiner Ausführungen. Mit "Thesen zu Beziehungen als Grundlage und Ziel kirchlicher Arbeit", die sich aus seiner Sicht für die Arbeit im Kirchenkreis Trier wie auch für die Zukunft der evangelischen Kirche an sich stellen, eröffnete der Superintendent einen Diskurs, den er im kommenden Jahr ausführlicher weiterführen wolle. Seine Thesen orientieren sich dabei an der Einsicht, "dass kirchliche Arbeit vor allem Beziehungsarbeit ist und persönliche Beziehungen gleichermaßen voraussetzt und auf diese zielt. Darin spiegelt sich wiederum in gewisser Weise die Menschwerdung Gottes als Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch wider", erläuterte Weber seinen Ansatz.

Auch auf der Tagesordnung der Kreissynodalen standen die Beratungen und Beschlüsse zu Haushalts- und Finanzfragen: So hat die Kreissynode den Haushalt des Kirchenkreises und die Finanzausgleichsplanungen für die Gemeinden des Kirchenkreises für das Jahr 2022 sowie den Finanzausgleich der vergangenen beiden Jahren 2019 wie auch 2020 einstimmig beschlossen. Dabei gab es gute Nachrichten - die Finanzsituation im Kirchenkreis Trier bleibt auch weiterhin stabil: Der Haushalt für das Jahr 2022 ist ausgeglichen und kommt ohne Entnahmen aus Rücklagen aus. Einzig Mittel für Baumaßnahmen sowie besondere Projekte werden über dafür angesparte Rücklagen finanziert.

Auf der Tagesordnung standen außerdem Nachwahlen - so wurde Pfarrerin Kerstin König-Thul, Trier, zur Theologischen Abgeordneten für die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland gewählt. Als 1. Theologischen Stellvertreter wählte die Kreissynode Pfarrer Dr. Tobias Schreiber, Thalfang, sowie Pfarrerin Anna-Christina Schmidt, Wittlich, zur 2. Theologischen Stellvertreterin. Außerdem hat die Kreissynode die Einrichtung von 1,5 kreiskirchlichen Pfarrstellen für Entlastungs- und Vertretungsdienste beschlossen.

Zum Download: Der Jahresbericht 2021 von Superintendent Dr. Jörg Weber, Evangelischer Kirchenkreis Trier

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Evangelischer Kirchenkreis Trier (EKKT)
Der Evangelische Kirchenkreis Trier ist die Gemeinschaft der protestantischen Kirchengemeinden in den Regionen Eifel, Eifel-Mosel, Trier, Hunsrück sowie Saar-Hunsrück. Er gehört zur Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) sowie zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Kreissynode setzt sich aus rund 80 Abgeordneten der 19 Kirchengemeinden sowie Vertretern der Arbeitsbereiche und Einrichtungen zusammen. Der rund 5.000 Quadratkilometer große Kirchenkreis ist der flächengrößte in der Rheinischen Landeskirche und erstreckt sich von Gerolstein bis Hermeskeil und von Bitburg bis Kleinich. Derzeit gehören rund 54.000 Mitglieder zur Evangelischen Kirche in diesem Gebiet. Die Kreissynode tagt in der Regel zweimal im Jahr. Sie entscheidet über die inhaltliche und finanzielle Arbeit des Kirchenkreises.


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