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Lebendige, klangvolle Kirche inmitten der Stadt – Rheinischer Landesposaunentag 2019 in Trier

Trier – Mit einem mehr als eindrucksvollen Klang hat er ein musikalisch hochklassiges Ende genommen – der Rheinische Landesposaunentag 2019 in Trier. Rund 400 Bläserinnen und Bläser spielten beim Festgottesdienst am Sonntag, 26. Mai 2019, in der vollbesetzten Konstantin-Basilika, der Evangelischen Kirche zum Erlöser, gemäß dem Motto "HimmelHochJauchzen" noch einmal richtig auf – und ließen damit deutlich werden, was auch Landesposaunenwart Jörg Häusler, maßgeblich für die Organisation des Landesposaunentages zuständig, besonders am Herzen liegt: „Es ist wichtig, dass wir zeigen, wie lebendig Kirche ist!“

Im Zeichen der Posaune - und der Basilika: der Rheinische Landesposaunentag 2019 hat Trier zum Klingen gebracht! (Bild: F. Röttgen)

Genial an der Trompete, aber Posaune kann er auch - Rüdiger Baldauf beim Rheinischen Landesposaunentag 2019 (Bild: F. Röttgen)

Ein klangewaltiger Moment zum Abschluss - der Festgottesdienst in der Konstantin-Basilika Trier (Bild: M. Ratz)

Und dass Kirche lebendig ist, und dass das Landesposaunenwerk anlässlich seines 70jährigen Bestehens allen Grund zu Feier und Freude hat, dafür waren die letzten drei Tage im Zeichen der Posaune ein eindrucksvolles Beispiel. So erklangen an vielen Orten in der Stadt Posaunen, Trompeten und Hörner – unter anderem auch in den Thermen am Viehmarkt. Hier spielte das Posaunenquartett der Essener Philharmoniker unter anderem Stücke von Michael Praetorius und Anton Bruckner, aber auch Enrique Crespo’s „Bruckner Etüde für das tiefe Blech“ oder das modernere „Take five“ von Paul Desmond waren zu hören. Andreas Hebeler an der Alt- und Tenorposaune, Michael Hufnagel und Shiori Doi an der Tenorposaune und Matthias Kamleiter an der Bassposaune wussten die rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörer in den Thermen mit Klang und Wortwitz zu fesseln.

Klang auf Weltklasseniveau gab es direkt im Anschluss auch im Innenhof des Kurfürstlichen Palais – hier spiele der Solo-Trompeter des WDR-Sinfonieorchesters, Professor Peter Mönkediek, die „Virtuose Trompete“ – und zog bei strahlendem Sonnenschein die gut 300 Besucherinnen und Besucher mit Werken von Daniel Speer, Guiseppe Tartini, Matthias Bucher oder auch Jack Hayford in seinen Bann. Unterstützt wurde er dabei von dem Bläserensemble „Buccinate Deo“ unter der Leitung von Jörg Häusler. Aber auch der Dom zu Trier war Schau- und Klangplatz des Geschehens. Dort war das Pfälzische Belchbläserensembe unter der Leitung von Landesposaunenwart Christian Syperek und Jens Uhlenhoff an Pauken und Drumset zu hören.

Am Abend dann war die Bühne am Martin-Luther-Platz, direkt vor der Konstantin-Basilika, frei für den Jazz-Trompeter Rüdiger Baldauf, der nicht nur mit seiner Band Stücke von Michael Jackson auf ganz eigene, spannende Weise interpretierte – sondern auch mit Posaunenchören aus der rheinischen Kirche und Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Landesposaunentages gemeinsam Stücke wie „Over the rainbow“ oder “Oh happy day“, den Choral „Verleihe uns Frieden“ und zum Abschluss „You’re not alone“ von Michael Jackson darbot – ein echter, klanggewaltiger Gänsehautmoment mitten in der Stadt. Und so sollte es sein – Jörg Häusler zeigte sich am Ende der drei Tage in Trier vor allem dankbar, dass das Konzept des Landesposaunentages aufgegangen ist: „Wir wollten gemeinsam Kirche nach draußen bringen, auf die Plätze und in die Stadt. Und zeigen: Wir sind Kirche – dass es nur so schallt!“


Wichtige Konstante in der Kirchenmusik

Entscheidend sind dabei vor allem auch die vielen hochengagierten Bläserinnen und Bläser in den Posaunenchören vor Ort und in den Kirchengemeinden. Der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Christoph Pistorius, würdigte in seiner Predigt dann auch entsprechend die Arbeit der Posaunenchöre als wichtige Konstante in der Kirchenmusik. Mit ihrer Musik ließen die Bläserinnen und Bläser die Menschen erfahren, „was es heißt, aus tiefem Herzen zu jubeln und Gott jauchzend unsere Dankbarkeit zu zeigen“. Dies gelte auch angesichts der Lage der Welt, angesichts von Leid und Ungerechtigkeit – und ganz besonders auch dann, so Pistorius. Denn das Kreuz Christi und die Osterbotschaft der Auferstehung verbänden die Menschen gerade auch in der Not und im Leid miteinander. Das Kreuz „lässt uns solidarisch sein mit allen Menschen, die unter Hass und Missgunst, Ungerechtigkeit und Unrecht leiden“, betonte Vizepräses Pistorius. Daher sei es christlicher Auftrag, immer wieder auf Ostern und wiedererwachendes Leben aufmerksam zu machen und die Welt das Jubeln und Jauchzen zu lehren.

Dem Himmel ein Stück näher

Die Schirmherrin des Trierer Landesposaunentages, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, erklärte in ihrem Grußwort im Anschluss an den Festgottesdienst, die Stadt habe sich „in den letzten drei Tagen zur Metropole der Posaunen entwickelt“. Die Posaunenarbeit sei ein wichtiger Bestandteil dessen, was dafür sorge, dass sich junge Menschen nicht von der Kirche abwendeten, so Dreyer. „Sie schaffen es mit Posaunenmusik, die Menschen dem Himmel noch ein Stück naher zu bringen“, würdigte die Schirmherrin die Arbeit und das Engagement der rund 200 Posaunenchöre in der gesamten Evangelischen Kirche im Rheinland.

Stichwort: Posaunenwerk Rheinland

Das Posaunenwerk Rheinland entstand 1949 durch den Zusammenschluss der Posaunenchöre auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland. Seit 1986 ist es rechtlich selbständig und als Verein organisiert. Aktuell gehören ihm knapp 200 Posaunenchöre mit rund 2000 Mitgliedern an. Die meisten Chöre sind in evangelischen Kirchengemeinden aktiv und wesentliche Bestandteile der Gemeindearbeit vor Ort. Zu seinem 70-jährigen Bestehen veranstaltete das Posaunenwerk vom 24. bis 26. Mai den Landesposaunentag in Trier mit rund 500 Teilnehmenden unter dem Motto „HimmelHochJauchzen“. Das Posaunenwerk Rheinland gehört zum Evangelischen Posaunendienst in Deutschland (EPiD) mit mehr als 100.000 Posaunenbläserinnen und -bläsern. 2016 wurden Posaunenchöre in die Unesco-Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen.

Weitere Infos: www.posaunenwerk-rheinland.de

 

 


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