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Andacht: Verwandlung zum Guten

Langsam keimt wieder Hoffnung auf inmitten der Corona-Krise. Geschäfte sollen wieder geöffnet werden. Doch noch feiern wir Gottesdienst in anderer Form. Sie sind herzlich eingeladen zur Online-Andacht am 19. April 2020.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen


Liebe Gemeinde!

Ganz herzlich grüße ich Sie am 1. Sonntag nach Ostern mit dem Wochenspruch: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petr 1,3)
Es weht ein neuer Wind. Mitten im Alltag bricht neues auf. Mir geht es zumindest so, dass ich aufgrund der angesagten Lockerungen, die bald kommen sollen, und aufgrund gesunkener Fallzahlen, wieder neue Hoffnung schöpfe. Neuer Lebensmut kehrt zurück. Inmitten der Krise ein wenig aufatmen, Wandlung erhoffen. Dafür bin ich dankbar.


Wir beten:
So oft sind wir klein,
ängstlich und vorsichtig
in unserem Glauben,
unserem Lieben,
unserem Hoffen.
So selten wachsen uns Flügel,
geht uns das Herz auf,
fließt uns der Mund über von dem,
was wir erfahren haben:
Christus ist auferstanden.
Der Tod hat nicht das letzte Wort!
So fest hat uns die Angst im Griff
vor dem Tod und vor dem Leben,
vor dem Leid und vor dem Elend
hier und überall.
So sehr brauchen wir einander
und brauchen wir dich,
damit der Hoffnung Flügel wachsen,
damit ein Lied erklingt
von neuem Leben.
Wir bitten dich:
Komm zu uns und hilf uns
neu zu werden und neu zu sein! Amen.


Liebe Gemeinde!

„Quasimodogeniti“- so heißt unser heutiger Sonntag, auf deutsch „wie die neugeborenen Kinder“.

Es geht um Wandlung, Geburt und Neugeburt, um Veränderung und Entwicklung. Eine gewisse Frische und Leichtigkeit schwingt mit. Neugeboren sein - bei diesem Gedanken kommt Freude auf. Inmitten unserer von Sorgen geprägten Welt sind wir frei zum Leben, frei zum Sein, zum Werden und Neuwerden.

Gott selbst hat uns in seiner Schöpfung ein Sinnbild für dieses Werden und Neuwerden geschenkt: Der Schmetterling in seiner Leichtigkeit und Wandlungsfähigkeit ist das Symbol der Neuwerdung schlechthin. In der christlichen Kunst galt er als Auferstehungssymbol, bei den Griechen steht er für die unsterbliche Seele. Diese zarten Wesen erinnern uns daran, dass das Leben ständige Veränderung ist, einer steten Entwicklung unterworfen.Wer hätte gedacht, dass aus einer über den Boden kriechenden Raupe einmal ein schöner Schmetterling wird?  

Zwischen Staub und Sternen, zwischen Raupendasein und Schmetterlingsexistenz bewegt sich auch unser Leben. Manchmal kriechen wir wie ein Raupe gekrümmt durch den Staub der Zeit, bedrückt und belastet, fressen alles in uns hinein, unseren Kummer und unsere Sorgen. Es läuft nicht alles glatt und gut. Dieser Tage spüren wir das als Kollektiv.

Doch der Raupe, die mühsam über dem Boden kriecht, werden eines Tages Flügel wachsen. Das ist die Verheißung, die über ihrem Leben liegt. Irgendwann wird sich die Raupe in ihr Kokon zurückziehen, sich dann entpuppen und ein wunderschöner Schmetterling wird hervorkommen, der über alle Hindernisse mit Leichtigkeit hinwegfliegen kann. 

Das Symbol des Schmetterlings kann uns Mut machen, dass auch uns im Glauben Flügel wachsen, die uns über die Krise hinwegtragen. Über unserem Leben liegt eine gute Verheißung. Diese Hoffnung mag uns stärken auf dem Weg durch diese Zeit, die uns Geduld abverlangt. Wir dürfen gewiss sein, dass Gott in den Wandlungen unseres Lebens, in den Krisen mit dabei ist.

„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“, heißt es bei Mth 28,20. Das sind Worte des auferstandenen Christus, die wir heute bei jeder Taufe zur Einsetzung sprechen. Am Anfang eines Christenlebens wird uns zugesagt: Gott ist bei uns alle Zeit- gestern wie heute, heute wie morgen und in alle Ewigkeit. Amen.

 

Wir beten:
Guter Gott, wir bitten dich,
dass zur Welt kommt, was im Himmel beschlossen ist,
dass unser Glaube Hand und Fuß bekommt
und Spuren und Zeichen von Ostern
bei uns sichtbar und spürbar werden.
Für die Zweifelnden bitten wir dich
um eine Spur von Vertrauen,
für die Verzweifelten um ein Zeichen der Hoffnung,
für die Einsamen um eine Spur der Zärtlichkeit,
für die Sterbenden um ein Zeichen deiner Treue,
für die Trauernden um eine Spur von Trost,
für die Armen um ein Zeichen der Gerechtigkeit,
für die Flüchtlinge um eine Spur von Heimat,
für die Menschen im Krieg um ein Zeichen des Friedens,
für die Mächtigen um eine Spur von Verantwortung,
für die Machtlosen um ein Zeichen der Solidarität.
Für uns selbst bitten wir dich,
dass wir Zeichen deiner Zukunft aufspüren
und selbst zum Zeichen werden
für neues Leben,
das auch heute beginnt. Amen.


Es grüßt Sie in dieser nachösterlichen Zeit Ihre Pfr.in Anja Zimmermann