Gesprächskonzert am Samstag, den 18. November 2017 um 18 Uhr , Konstantin-Basilika mit KMD Martin Bambauer an der Eule-Orgel

Der österreichisch-ungarische Komponist GYÖRGY LIGETI gilt als einer der bedeutendsten Vertre­ter der Neuen Musik des 20. Jahrhunderts. Sein Orgelwerk „Volumina“, eine der wegweisenden Orgelkompositionen der modernen Orgelliteratur, kommt ohne die Zeit strukturierende Formen wie Melodie und Rhythmus aus. Die Komposition ist vor allem von Variationen der Klangfarbe und -fülle sowie emergenten Schwebungen gekennzeichnet. „Volumina“ verzichtet weitgehend auf Zäsuren, sondern arbeitet mit der räumlichen Wirkung „stationärer Klangräume“. Gerd Zacher schreibt, dass es in dem Stück einen „Rhythmus“ nur als Fluss in der Zeit gäbe, nicht als ruckar­tige Zeitbewegung. Die Tonhöhen würden „in solchen Mengen“ auftreten, dass an Melodie oder Harmonie nicht zu denken wäre. Ohne die üblichen Orientierungen werde die Aufmerksamkeit für Neues frei, was er als Klangfülle oder, unter Bezug auf den Titel des Stücks, als „Volumina“ bezeich­net. Verschiedene Volumina entstünden durch unterschiedliche Mengen von Tasten und Registern, unterschiedliche Lautstärken, Höhenlagen und Spielgeschwindigkeiten. Wegen dieses Verzichts auf Zeit strukturierende Elemente und die Konzentration auf die Klangfülle wird häufig gesagt, dass Ligeti mit „Volumina“ ein Werk geschaffen hätte, bei dem die Musik aus der Zeit genommen und in den Raum gestellt wird.

Eintritt frei - Spende zugunsten der Eule-Orgel am Ausgang