Eine neue Hauptorgel für die Basilika - Realisierung einer Vision

Eine Vision - Simulation der neuen Hauptorgel in der BasilikaDie Konstantin-Basilika - Eine monumentale KircheMit der neuen Hauptorgel wird der Wiederaufbau der Konstantin-Basilika vollendet

Wohl kaum ein anderes Instrument hat so vielfältigen stilistischen Ansprüchen zu genügen wie die Orgel. Seit ihrer ersten Hochblüte im 17. / 18. Jahrhundert hat sich die "Königin der Instrumente" stetig weiterentwickelt: Neue technische Möglichkeiten, die Ausweitung der Klangfarbenpalette sowie die Kompositionstechnik gingen dabei Hand in Hand.         

Seit nunmehr 50 Jahren verfügt die Basilika über ein zwar sehr klangschönes Instrument, aber sowohl von der technischen Ausstattung als auch der klanglichen Bandbreite her lediglich über eine Chororgel. Ein Großteil der Orgelliteratur ab dem frühen 19. Jahrhundert ist in Gottesdienst oder Konzert gegenwärtig entweder gar nicht oder  nur mit unseriösen künstlerischen Kompromissen darstellbar. Bis zu den Zerstörungen im 2. Weltkrieg existierte allerdings auf der ganzen Breite der Südwand eine große symphonische Hauptorgel - ein Instrument, das der Größe und Bedeutung der Konstantin-Basilika entsprach.        

Die Idee, die seit dem Krieg verlorene Hauptorgel für eine der größten und wichtigsten evangelischen Kirchen wiederzugewinnen, reicht schon in die 1950er Jahre zurück. Allerdings: Nachdem 1962 eine kleine Lösung in Gestalt der Schuke-Chororgel umgesetzt wurde, war jahrzehntelang der Gedanke an eine neue Hauptorgel außer Reichweite.         

Das  änderte sich nach der Jahrtausendwende. 2006 feierte die Konstantin-Basilika ein Doppeljubiläum: 150 Jahre Evangelische Kirche zum Erlöser - 50 Jahre  Wiederaufbau nach dem Krieg. Im Rahmen einer Festveranstaltung verkündete  Staatsministerin Malu Dreyer: Das Land Rheinland-Pfalz strebt als Patronatsherr den Bau einer neuen Hauptorgel für die Konstantin-Basilika an. Damit kann der Wiederaufbau der UNESCO-Welterbestätte als Evangelische Kirche vollendet werden.          

In einem frühen Stadium war klar: Neben der Auswahl der Erbauerfirma soll in einem zweiten Schritt die äußere Gestaltung der Orgel Gegenstand eines Architekturwettbewerbs sein. Beide Auswahlverfahren fanden in enger Abstimmung zahlreicher Gremien statt: Neben dem Finanzministerium waren das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, die Staatliche und Städtische Denkmalpflege, die Archäologische Trier-Kommission, eine Orgelkommission, Vertreter der Evangelischen Kirche im Rheinland, Mitglieder des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Trier sowie - federführend in der organisatorischen Durchführung des Vorhabens - der LBB Trier (Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung) beteiligt. Als letzte Instanz auf dem Weg der Beauftragung fungierte die UNESCO, da es um ein Bauvorhaben in einer Weltkulturerbestätte ging. Über ihre Organisation ICOMOS war die UNESCO in den  gesamten Entscheidungsprozess eingebunden.

Das Ergebnis dieses Auswahlprozesses kann sich Ende 2014 sehen und hören lassen: Mit dem Bau der Orgel wurde die renommierte Firma Hermann Eule Orgelbau (Bautzen) beauftragt. Die äußere Gestaltung wurde entwickelt vom Architekturbüro Auer & Weber (München/Stuttgart).