Stipshausen

Ev. Kirche in Stipshausen

Der Gemeindeteil Stipshausen der Kirchengemeinde Hottenbach-Stipshausen besteht aus dem Dorf Stipshausen, das am Südhang des Idarwaldes liegt und zur Verbandsgemeinde Rhaunen gehört. Kirchlich ist sie Teil des Kirchenkreises Trier.

Kirchengeschichte

Im Jahre 1334 stifteten Johann von Basenheim, Burgmann auf der Schmidtburg, und seine Ehefrau Getza eine Kapelle in Stipshauen.

Die Antonius-Kapelle wurde zunächst von einem Pleban aus Rhaunen versorgt. 1504 trennte Erzbischof Berthold von Mainz jedoch die Kapelle von Rhaunen ab und erhob sie zur Pfarrkirche mit allen Rechten. Das Recht der Stellenbesetzung wechselte zwischen den Familien Schenk von Schmidtburg (später Kurtrier) und Metzenhausen.

Nachdem 1560 in Rhaunen die Reformation eingeführt worden war, versorgte der dortige Pfarrer Stipshausen mit. Das Verhältnis war aber nie konfliktfrei. 1714 baten die Untertanen den Kollator, Graf Cratz von Scharfenstein, von dem Hottenbacher Pfarrer betreut zu werden.

Neben dem Kampf zwischen Rhaunen und Hottenbach um die Pfarrstelle Stipshausen belastete der Konfessionsstreit das kirchliche Leben. Während der Reunionszeit erklärten die Franzosen die Antonius-Kapelle 1686 zur Simultankirche. Die Katholiken, deren Bevölkerungsanteil durch Einheiraten und Zuzüge auf 20 Prozent gestiegen war, durften die Kirche jedoch nur für Beerdigungen nutzen. Eine Entspannung trat erst ein, als sich 1778/79 die evangelische Gemeinde anstelle der baufälligen Antonius-Kapelle eine eigene Kirche baute und den Katholiken Land und Geld für eine eigene Kapelle zur Verfügung stellte. Die Maternus-Kapelle wurde 1781 fertiggestellt und 1953/54 durch einen Neubau ersetzt.

1819 ordnete die preußische Regierung in Trier die pfarramtliche Verbindung der evangelischen Kirchengemeinden Hottenbach und Stipshausen an. Die Gemeinde ist bis heute selbständig. Die katholischen Christen, deren Anteil heute bei über 30 Prozent liegt, gehören zur Gemeinde St. Martin in Rhaunen.

In Hottenbach und Stipshausen wirkte der bekannte Pfarrer, Politiker und Präses der rheinischen Provinzialsynode D. Albert Hackenberg (1852-1912).

Wie in Hottenbach gab es auch in Stipshausen ein jüdisches Leben, an das der alte Judenfriedhof erinnert.

2012 haben Hottenbach und Stipshausen fusioniert. Seit 2011 ist die Kirchengemeinde Hottenbach-Stipshausen mit Rhaunen-Hausen und Sulzbach pfarramtlich verbunden. Der Dienstsitz ist in Hottenbach.

Sehenswürdigkeiten

Die evangelische Kirche gehörte zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Stipshausen. Sie wurde 1778/79 als schlichter Saalbau errichtet. Das Kircheninnere wurde im Stil des Hunsrücker Bauernbarocks ausgemalt. Die Kirche in Stipshausen bildet den Höhepunkt und Abschluss dieser Kunstrichtung. Hier sind zum letzten Mal alle Stilelemente vereinigt: Die Bilder im Altarbereich sowie die Decken- und Emporenmalerei.

Die Kirche besitzt wie die meisten Gotteshäuser der Umgebung eine Stumm-Orgel, die 1861 eingeweiht wurde. 1986 fand die letzte große Renovierung durch die Firma Weimbs in Hellenthal statt.

2014 erhielt die Kirche zwei Kirchenfenster, die von den international renommierten Edelsteingestaltern Bernd und Tom Munsteiner gestaltet wurden. Es handelt sich um die weltweit einzigen Fenster, die ganz aus Achat bestehen.

Gemeindearbeit

Für kirchliche Veranstaltungen steht neben der Kirche ein Gemeindehaus zur Verfügung, das 1977 zum großen Teil in Eigenleistung errichtet worden ist. Hier gibt es einen großen Saal, der auch von den Ortsvereinen für größere Veranstaltungn (z.B. Theaterabende) genutzt wird. Seit 2008 veranstaltet die Kirchengemeinde einen Weihnachtsmarkt, an dem sich alle Vereine rege beteiligen.

Literatur

Erik Zimmermann, Die Geschichte der evangelischen Gemeinden Hottenbach und Stipshausen. Eine Hunsrücker Kirchenchronik. Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte 165. Bonn 2004

Erik Zimmermann, D. Albert Hackenberg (1852-1912). Ein rheinischer Präses. Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte 170. Bonn 2006