Hottenbach

Vorhalle der Hottenbacher Kirche

Der Gemeindeteil Hottenbach der Kirchengemeinde Hottenbach-Stipshausen besteht aus den drei Dörfer Hottenbach, Asbach und Hellertshausen. Die Orte liegen südlich des Idarwaldes und gehören zur Verbandsgemeinde Rhaunen. Kirchlich sind sie Teil des Kirchenkreises Trier.

Kirchengeschichte

Das Kirchspiel Hottenbach wird erstmals 1247 urkundlich erwähnt. Im Mittelalter gehörte es zum Landkapitel Kirn im Bistum Mainz. Das Kirchenpatronat besaß zunächst die Familie von Wiltberg, die 1290 eine neue Pfarrkirche errichtete.

Die Einführung der Reformation fand erst kurz vor 1600 statt. Ursache war die konfessionelle Pattsituation im vierherrischen Hochgericht Hottenbach: Kurtrier und die Herren Cratz von Scharfenstein blieben beim alten Glauben, die Wild- und Rheingrafen waren lutherisch, die Vordere Grafschaft Sponheim reformiert. 1608 ersetzte Kurpfalz den lutherischen Pfarrer gegen den Widerstand der übrigen Ortsherren durch einen reformierten Prediger. Spätestens ab 1621 war Hottenbach wieder lutherisch. Während des Dreißigjährigen Krieges gab es zweimal den Versuch einer Gegenreformation: Von 1625 bis 1629 und von 1636 bis 1640 hatte Hottenbach einen katholischen Pastor.

Um 1600 wurde das Kirchenschiff nach einem Brand erneuert. 1701 vermehrte man das Gestühl und erweiterte die Emporen. Außerdem erhielt die Kirche eine kunstvoll geschnitzte Kanzel sowie eine barocke Kirchentür mit Vorhalle.

In der Franzosenzeit gehörte die Kirchengemeinde Hottenbach zur Konsistorialkirche Wirschweiler. Diese wurde 1817 unter den Preußen mit der Konsistorialkirche Trarbach zur Kreissynode Trarbach vereinigt. Weil sich die Synode als zu groß erwies wurde sie 1825 geteilt. Die Kirchengemeinden der Kreise Bernkastel und Trier bildeten nun die Kreissynode Wolf, die seit 1843 nach ihrem größten Ort Kreissynode Trier genannt wurde.

Die Filiale Weiden wurde 1817 von der Kirchengemeinde Hottenbach abgetrennt, da sie nach der neuen Grenzziehung im Fürstentum Oldenburg lag. 1819 wurden die Kirchengemeinden Hottenbach und Stipshausen pfarramtlich verbunden.

1903 riss man das alte und baufällige Kirchenschiff ab, während der ehemalige Chorturm von 1290 stehen blieb. Am 1. August 1904 konnte der von dem Architekten August Senz geschaffene Kirchenbau eingeweiht werden. Der neue Zentralbau verband Tradition und Moderne, indem er viele Bauteile des Vorgängerbaus in sich aufnahm und gleichzeitig den Vorstellungen des damaligen protestantischen Kirchenbaus Rechnung trug.

Damals wirkte der bekannte Pfarrer, Landtagsabgeordnete und Präses der evangelischen Kirche der Rheinprovinz, D. Albert Hackenberg (1852-1912) in Hottenbach und Stipshausen. Sein Grab befindet sich heute noch auf dem Hottenbacher Friedhof. Außerdem gibt es eine Gedenktafel an der Kirche.

In Hottenbach gab es einmal ein blühendes jüdisches Leben. Davon geben die zu Wohnzwecken umgebaute Synagoge und der jüdische Friedhof Zeugnis.

2012 fusionierten Hottenbach und Stipshausen. Seit 2011 ist die Kirchengemeinde Hottenbach-Stipshausen mit Rhaunen-Hausen und Sulzbach pfarramtlich verbunden. Der Dienstsitz ist Hottenbach.

Sehenswürdigkeiten

Die Pfarrkirche ist das Wahrzeichen von Hottenbach. Sie wurde auf den Ruinen einer römischen villa rustica erbaut. Im Turm befindet sich ein Viergötterstein, der bei den Abrissarbeiten 1903 entdeckt wurde.

Einzigartig für den Hunsrück sind die spätromanischen Deckenmalereien mit vielfältigen christlichen Motiven, in deren Mittelpunkt Christus als Weltenrichter steht.

Ein weiteres Schmuckstück der Kirche stellt die Orgel aus dem Jahre 1782 dar, erbaut von der berühmten Orgelbauerfamilie Stumm aus dem benachbarten Sulzbach.

Gemeindearbeit

Es gibt ein reichhaltiges Angebot an Gruppen und Veranstaltungen, die von einem großen und engagierten Kreis von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen wird.

In Hottenbach steht neben der Kirche und dem Pfarrhaus ein eigenes Gemeindehaus zur Verfügung. In den Filialen Asbach und Hellertshausen können die kommunalen Gemeinschaftshäuser zu kirchlichen Zwecken genutzt werden.

Literatur

Erik Zimmermann, Die Geschichte der evangelischen Gemeinden Hottenbach und Stipshausen. Eine Hunsrücker Kirchenchronik. Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte 165. Bonn 2004

Erik Zimmermann, D. Albert Hackenberg (1852-1912). Ein rheinischer Präses. Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte 170. Bonn 2006