Webandacht: Advent ist ein bisschen wie…

  • Pfarrerin Vanessa Kluge

„Advent ist doch ein bisschen wie eine ewig lange Weihnachtsfeier mit nie endenden Keksen, ausdauernder Besinnlichkeit und Punsch ohne Ende. Also sehr anstrengend, oder Frau Kluge?“ Klar, ich könnte jetzt in diese Klagelitanei einfallen. Aber ich habe gar keine Lust dazu. Ich finde das langweilig, weil es dem Advent auch nicht gerecht wird. Was ich mag ist aber die Formulierung. „Advent ist wie …“ ja – wie ist er denn, der Advent? Da steckt doch eine Entdeckungsreise drin. Also los! Advent ist ein bisschen wie … das heimliche Händchen halten, dass niemand mitbekommen darf. … wie die schnellen Küsse, in der Hoffnung, dass sie niemand sieht.

… wie das sich freuen, den anderen bald zu sehen, den man selbst nicht aus dem Kopf bekommt…wie das langersehnte „zufällige“ Treffen auf dem Weihnachtsmarkt, wo man unauffällig in der Masse ein bisschen näher rücken kann. Advent ist ein bisschen wie Verliebt sein. Ein sich Hinfreuen auf das nächste Treffen, bis man endlich beieinander ist. Nichts anderes ist Advent. Man putzt sich innerlich und ein bisschen äußerlich heraus. Bereitet sich vor. Zündet Kerze für Kerze an bis Weihnachten ist. Das sollte doch nicht stressig oder nervig oder gar ein Grund zur Klagelitanei sein. Advent ist ein bisschen so,wie mich immer mehr hin zu freuen, dass ein König zu mir kommen wird, dass ich jede Woche aufrechter gehen soll und mich freue, dass Gottes Sohn kommen wird – zu mir. Auch in diesem Jahr – zwischen allen Terminen, Keksen und Punsch. Advent ist ein bisschen wie das Verliebt sein – Gottes zu uns Menschen. Also, ich mag mich da gerne hinfreuen. Ich glaube, ich bin dieses Jahr adventsverliebt.

Pfarrerin Vanessa Kluge, Ehrang


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