Schweich – Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier (EKKT) ist am Samstag, 30. Mai 2026, zu ihrer Frühjahrstagung im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) in Schweich zusammengekommen. Die rund 70 Synodalen berieten insbesondere inhaltlich zu Möglichkeiten der multiprofessionellen Teamarbeit sowie zur Frage der Anbindung von Pfarrstellen auf regionaler Ebene und auf Kirchenkreisebene.
Multiprofessionelle Teams in Kirche – das bedeutet, dass verschiedene Berufsgruppen, neben Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Diakoninnen und Diakonen beispielsweise auch Mitarbeitende aus den Bereichen der Kirchenmusik, Gemeindepädagogik oder dem Küsteramt, gleichberechtigt und in mitunter neuen Strukturen in Kirchengemeinden zusammenarbeiten. Vor dem Hintergrund sinkender Kirchenmitgliederzahlen, weniger finanzieller Möglichkeiten und fehlender Fachkräfte wurden deshalb bereits in einigen Landeskirchen Konzeptionen entwickelt, nach denen die Arbeit in Kirchengemeinden im Team neu organisiert werden kann.
Dr. Claudia Schulz, Professorin für Theorie und Praxis der Diakoniewissenschaft und der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, war maßgeblich an dem Forschungsprojekt „Multiprofessionelle Teamarbeit in der evangelischen Kirche“ der EH Ludwigsburg beteiligt, das in Zusammenarbeit mit dem Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD sowie einem Team der drei teilnehmenden Landeskirchen durchgeführt wurde. Seit 2023 wurden im Rahmen des Projektes entsprechende Modelle untersucht. In einem Online-Vortrag führte Schulz zunächst in das Thema sowie die Ergebnisse der Studie ein – und stellte fest: Es ist davon auszugehen, dass es multiprofessionelle Teamarbeit in Zukunft braucht, diese sei, so Schulz, eine große Chance, aber ebenso mit einigen Herausforderungen verbunden.
So brauche es vor allem „eine Haltung von Kooperation und geteilter Verantwortung“, betonte Schulz. Nur dann könne auch alles weitere gelingen. Denn für multiprofessionelle Teams auf Augenhöhe brauche es einen „Kulturwandel hin zur Gleichwertigkeit der Mitarbeitenden und zu Beteiligungsoptionen für viele“. Damit dies gelingen könne, müssten Kompetenzen und Rolle der jeweiligen Berufsgruppen in multiprofessionellen Teams geklärt sein. Ein weiterer wichtiger Punkt sei der „Abschied von der dominierenden Versorgungslogik“: Denn da, wo „Versorgung zu weit vorne steht, Menschen meinen, sie müssen ein bestimmtes Portfolio halten, da reduziert man das, was multiprofessionelle Teamarbeit eigentlich kann, allein auf das, und die Kraft der Teamarbeit kann sich nicht voll entfalten“, so Schulz. Ebenso brauche es eine „aufmerksame Leitung und Begleitung“, sowie eine gute Ressourcen-Ausstattung, auch hinsichtlich Zeit und Möglichkeiten zum Einüben und Erproben der Teamarbeit.
Workshops zur Frage der Anbindung von Pfarrstellen
In anschließenden Workshops berichteten Superintendent Robert Arndt, Evangelischer Kirchenkreis Kleve, sowie Superintendent Markus Risch, Evangelischer Kirchenkreis Simmern-Trarbach, aus ihrer Erfahrung mit unterschiedlicher Anbindung von Pfarrstellen. Bereits seit einigen Jahren erprobt der Kirchenkreis Simmern-Trarbach die Anbindung von Pfarrstellen auf Ebene des Kirchenkreises, der Anstellungsträger wechselte hier von der Gemeinde auf den Kirchenkreis. Wichtig sei, so Risch, dabei der Gedanke der „Kollegialisierung statt Fusion“. Die Pfarrpersonen übernehmen feste „Pfarrbezirke“, die gemeindeübergreifend sein können. So bliebe jedoch, betonte Risch, die klare Zuständigkeit von festen Pfarrpersonen für die jeweiligen Gemeinden erhalten. Pfarrerinnen und Pfarrer seien in diesem Modell nicht mehr so stark wie bisher in die Arbeit der Presbyterien eingebunden, auch, um zu vermeiden, dass sie zu vielen Gremien angehören müssten. Dementsprechend habe man, so Risch, auf Verwaltungsebene Entlastung für die Presbyterien geschaffen, denn „wir wollen nicht, dass das Ganze zur Mehrbelastung wird“. Das Modell habe sich, betonte Risch, bereits bezahlt gemacht, so könne beispielsweise bei Vakanzen, also nicht besetzten Pfarrstellen, schneller gehandelt werden, die Zusammenarbeit zwischen Pfarrpersonen untereinander und mit anderen Berufsgruppen habe sich zudem intensiviert.
Anders sieht es derzeit im Kirchenkreis Kleve aus – hier gilt seit rund zehn Jahren die regionale Anbindung, also die Anbindung der Pfarrstellen an die vier Regionen des Kirchenkreises. Die Pfarrstellen sind dabei nach wie vor in den Gemeinden, bei den Regionen liege jedoch, berichtete Superintendent Arndt, die Zuständigkeit für den Pfarrdienst sowie für die Gottesdienste. Bei diesem Modell sei, so Arndt, vor allem eine klare Zuständigkeitsregelung der jeweiligen Ebenen wichtig, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Für die weitere Zukunft sei darüber hinaus die entscheidende Frage: „Was kann an welchem Ort, in welcher Gemeinde, mit welchen Ressourcen gelingen?“, betonte Arndt. Auch in Kleve sei klar – sich dabei alleine auf die Pfarrpersonen zu fokussieren, reiche nicht, „andere Berufe müssen mit in die Planung mit rein“. Das Entscheidende dabei sei „die Entscheidung im Kopf – wir gestalten gemeinsam!“, so Arndt. Im Anschluss an den intensiven Austausch bat Superintendent Dr. Jörg Weber die Kreissynodalen darum, die Erkenntnisse in die Arbeit der drei Regionen des Kirchenkreises Trier mitzunehmen.
Einführung von Michael Thomas im Rahmen des Eröffnungsgottesdienstes der Kreissynode
Eröffnet wurde die Synode mit einem Abendmahlsgottesdienst im Evangelischen Gemeindezentrum Schweich. Die Predigt hielt Martin Schulte, Mitarbeiter im Gemeinsamen Pastoralen Amt der Evangelischen Kirchengemeinde Trier, die Liturgie gestaltete Pfarrerin Maren Vanessa Kluge von der Evangelischen Kirchengemeinde Ehrang. Im Gottesdienst wurde zudem Michael Thomas, Leiter des Verwaltungsamtes des Evangelischen Kirchenkreises Trier, offiziell in sein Amt durch Superintendent Dr. Jörg Weber eingeführt. Thomas, der bereits zum 1. April 2026 die Nachfolge des langjährigen Verwaltungsleiters Heiko Nagel übernommen hatte, war zuvor stellvertretender Verwaltungsleiter sowie Leiter der Personalabteilung im Verwaltungsamt Trier.
Der Evangelische Kirchenkreis Trier (EKKT)
Der Evangelische Kirchenkreis Trier (EKKT) ist die Gemeinschaft der protestantischen Kirchengemeinden in den Regionen Mosel/Saar, Eifel und Hunsrück. Er gehört zur Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Kreissynode, das Parlament des Kirchenkreises, setzt sich aus rund 80 Abgeordneten der 18 Gemeinden sowie Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitsbereiche und Einrichtungen zusammen. Der rund 5.000 Quadratkilometer große Kirchenkreis ist der flächengrößte in der rheinischen Landeskirche. Derzeit leben etwa 48.000 evangelische Christinnen und Christen in dem Gebiet. Die Kreissynode tagt in der Regel zweimal im Jahr. Sie entscheidet über die inhaltliche und finanzielle Arbeit des Kirchenkreises.

