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Weltweit verboten, noch immer praktiziert

Etwa 200 Millionen Frauen weltweit sind von weiblicher Genitalbeschneidung betroffen, jährlich drei Millionen Mädchen von Beschneidung bedroht – so die Schätzungen der WHO. Durch Migrations- und Fluchtbewegungen ist das Thema auch in Europa angekommen. Genitalverstümmelung ist kein Phänomen, das vereinzelt in ein paar weit entfernten Ländern passiert. Sondern eines, das Mädchen und Frauen in vermutlich jeder deutschen Großstadt betrifft

Für Deutschland geht eine Studie des Netzwerkes INTEGRA von rund 48.000 betroffenen Frauen und bis zu 5.700 bedrohten Mädchen aus.
Weibliche Genitalbeschneidung stellt eine schwere geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzung dar. Die Praxis und ihre lebenslangen Folgen verletzt Frauen und Mädchen in ihrem Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit, auf sexuelle Selbstbestimmung und auf Gesundheit.

Die Nachfrage nach Beratung zu weiblicher Genitalbeschneidung steigt auch in Trier. Die Arbeitsgemeinschaft FGM/ C (female genital mutilation/ cutting), die sich im Jahr 2019 gegründet hat, möchte eine Plattform für Interessierte aus dem Flüchtlings- und Migrationsbereich, der medizinischen Versorgung, wie Ärzt*innen, Hebammen und dem Jugendschutz bieten. Zehn verschiedene Organisationen, darunter die Integrationsbeauftragte der Stadt Trier, der Frauennotruf, der Caritas - Jugendmigrationsdienst, das Diakonische Werk, pro familia Trier, das Gesundheitsamt und der SkF arbeiten schon jetzt gemeinsam an Austausch, Vernetzung und Fortbildung."Wichtig im Umgang mit den Betroffenen sind vor allem eine sachliche Information, die auf Dramatisierung verzichtet, sowie eine kultursensible Beratung, die Traditionen ernstnimmt, Kulturen als veränderbar begreift und den Frauen auf Augenhöhe begegnet - so das Selbstverständnis der Mitglieder", betont die Frauenbeauftragte der Stadt Trier.

Das Netzwerk ist offen für weitere Menschen, die sich für betroffene Frauen und für von Genitalverstümmelung bedrohte Mädchen einsetzen möchten. Dazu richten Sie bitte eine kurze Mail an trier@profamilia.de.