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Fachtagung „Landesinitiative Rückkehr 2019“

Am 7. und 8. November 2019 fand zum 14. Mal die Fachtagung "Landesinitiative Rückkehr" (LI) statt. Veranstalter war das "Kompetenzzentrum Rückkehr " (KR) des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach.

Neben dem Vertreter des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz (MFFJIV) des Landes Rheinland-Pfalz (RLP), Dr. Elias Bender sowie der Vertreterin des Ministeriums für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Doreen Ohrdorf, begrüßte der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, Carsten Stumpenhorst, VertreterInnen der Aufsichts- und Dienstleistungs-Direktion (ADD), die Vertreter des Projektpartners des Kompetenzzentrums Rückkehr aus Magdeburg, fünfzig RückkehrberaterInnen aus den Kreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz, VertreterInnen von Wohlfahrtsverbänden, vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sowie Referenten aus der Praxis. Ein ganz besonderer Willkommensgruß galt dem ERRIN-Service-Provider aus Nigeria, Roland Nwoha von Idia Renaissance.

Dr. Elias Bender, Leiter des Referats 726 in der Abteilung 72 "Integration und Migration" beim MFFJIV ging auf die derzeitige Situation in der Rückkehrpolitik ein. U.a. wird FRONTEX in Zukunft verstärkt im Rückkehrmanagement involviert sein. In RLP wird die Rückkehrberatungskapazität in den AfA´s ausgebaut und es soll ein Pilotprojekt auf kommunaler Ebene durch freie Träger geben.

Ferner legte Dr. Bender die Zahlen der Landesinitiative Rückkehr (LI) des Jahres 2018 offen und kündigte einige Änderungen bei den Förderrichtlinien zur LI an.

Dr. Bender beendete seine Ausführungen mit den Worten: Die Rückkehrpolitik ist ein hochdynamischer Bereich. Es bleibt spannend!

Anschließend stellten Friedrich Einwich und Dr. Aleksandra Pistalo vom "Kompetenzzentrum Rückkehr" die Angebote und Leistungen der Beratungsstelle für Behörden und NGO´s in RLP und Thüringen vor und zeigten die Rückkehrerzahlen aus RLP in den vergangenen 6 Jahren auf.

Zum Abschluss des Blicks auf RLP berichtete Frank-Peter Wagner von der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Trier über den aktuellen Sachstand bei der Flüchtlingsaufnahme, über die Veränderungen bei den Herkunftsländern und über die Kapazitäten bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

Herr Ehrnsperger vom BAMF stellte das Reintegrations-Programm ERRIN vor und ermunterte die Rückkehrberatenden in RLP, mehr Förderanträge zu stellen. Frau Katrien van den Bergh von Caritas International Brüssel gab einen kurzen Sachstandsbericht über die Europäische Dimension des ERRIN-Projektes.

Die eingeladenen Länder-Referenten sorgten mit aktuellen Berichten über ihre Erfahrungen vor Ort für einen interessanten Einblick zu den Unterstützungsmöglichkeiten und Herausforderungen bei einer geförderten Rückkehr.

Zunächst gewährte Prof. Dr. Dirk van den Boom von Micado Migration einen intensiven Einblick in die Situation in Nigeria. Roland Nwoha von Idia Renaissance aus Nigeria stellte die Reintegrationsangebote vor und zeigte Beispiele gelungener Reintegration von Rückkehrern.

Björn Fiedler, Rückkehrberater bei der Stadtverwaltung Frankenthal, schilderte seine Eindrücke von einer Exkursion nach Ghana.

Dr. Benjamin Schraven vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik stellte die Frage: Kann Entwicklungspolitik Fluchtursachen bekämpfen? Dr. Schraven klärte zunächst darüber auf, dass Migration kein Phänomen unserer Zeit ist. Da sich die Flucht- und Migrationsgründe aus Afrika nicht auf einzelne Ursachen zurückführen lassen, kann die gestellte Frage nur mit "Jein" beantwortet werden.

Die unterschiedlichsten Fortbildungs-, Rückkehr- und Reintegrationsförderprogramme wurden von fachlich versierten Referenten vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert.

Prof. Dirk van den Boom präsentierte die Angebote von IntegPlan für das Jahr 2019/20 und warb zum einen um Anregungen für Fortbildungen, aber auch um mehr Teilnehmende aus RLP.

Nathalie Kasparek von IOM stellte Details zu den Förderprogrammen REAG/GARP und StarthilfePlus vor (MEDA-Fälle; UMA; Programm "Wohnen"). Ein weiterer Aspekt ihrer Ausführungen war das Online-Antragsformular OAM, welches die Papier-Antragstellung im kommenden Jahr ablösen wird, außerdem sprach sie über das Angebot des Virtual Counselling in einzelnen Herkunftsländern.

Isa-Maren Beck, Reintegrationsscout der GIZ, zeigte die Unterstützungsmöglichkeiten des Scouts für RückkehrberaterInnen auf. Ferner gab es eine kurze Vorstellung der in Rheinland-Pfalz angebotenen Reintegrations-Vorbereitungskurse von Solwodi, des Gastronomischen Bildungszentrum Koblenz, der VHS Kusel und von der Social Impact gGmbH.

Mit vielen neuen Informationen rund um das Thema Rückkehr traten die -Rückkehrberaterinnen und Rückkehrberater aus Behörden und NGO`s am Freitagmittag die Heimreise an. Die 80 Teilnehmenden stellten der Veranstaltung ein sehr gutes Evaluationsergebnis aus.

18.11.2019 F. Einwich