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Fachtagung „Landesinitiative Rückkehr“

Am 8. und 9. November 2018 fand zum 13. Mal die Fachtagung „Landesinitiative Rückkehr“ (LI) statt. Veranstalter war das „Kompetenzzentrum Rückkehr“ (KR) des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach.

Neben den Vertretern des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz (MFFJIV) des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Daniel Asche und Dr. Elias Bender, sowie einer Vertreterin des Ministeriums für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Doreen Ohrdorf, begrüßte der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, Carsten Stumpenhorst, Vertreter/-innen der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die Projektpartner des Kompetenzzentrums Rückkehr aus Magdeburg, zahlreiche Rückkehrberater/-innen aus den Kreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz, Vertreter/-innen von Wohlfahrtsverbänden, vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sowie Referenten aus der Praxis. Ein ganz besonderer Willkommensgruß galt dem Hauptreferenten Archimandrite Dr. Alexi Chehadeh aus dem Griechisch-Orthodoxen Patriarchat von Antiochien und dem gesamten Morgenland, Abteilung für Ökumenische Beziehungen und Entwicklung, GOPA-DERD, Syrien. Vater Alexi ist gleichzeitig auch der Direktor der Hilfsorganisation GOPA-DERD.

Dr. Daniel Asche - Leiter der Abteilung 72 "Integration und Migration" im MFFJIV - ging auf die zunehmende Komplexität der Rückkehrberatung ein. Von den Rückkehrberatern wird Kompetenz auf den verschiedensten Gebieten erwartet: Gesprächsführung mit den potentiellen Rückkehrern; Kenntnisse der Situation in den Herkunftsländern (HKL); Kenntnisse der Förderprogramme in Abhängigkeit von den HKL. Die Anforderungen steigen daher in der aktuellen Situation und das Land unterstützt aus diesem Grund gezielt die Möglichkeiten von Weiterbildungen. Die zuständigen Behörden können daher bei operativen Fragen auch in Zukunft auf die Expertise des Kompetenzzentrums Rückkehr zurückgreifen, und dort, wo aktuelle Förderprogramme nicht greifen oder ungenügend sind, auf die zusätzliche Förderung durch die "Landesinitiative Rückkehr", die auch in Zukunft vom Land weiterentwickelt wird. Vergleichbare Angebote gibt es in anderen Bundesländern nicht.

Herr Dr. Asche begrüßte die Angebote von Perspektive Heimat, sowohl was die reintegrationsvorbereitenden Maßnahmen im Inland als auch die Reintegrationsangebote in den HKL betrifft. Er betont, dass die Entwicklung dieses neuen Stranges innerhalb der Rückkehrförderung eine Aufgabe für die nächsten Jahre bleibt, bis die vorhandenen Potentiale praxiswirksam ausgeschöpft werden können."

Anschließend stellten Friedrich Einwich und Dr. Aleksandra Pistalo vom Kompetenzzentrum Rückkehr die Angebote und Leistungen der Beratungsstelle für Behörden und NGO´s in RLP vor. Seit Anfang des Jahres bietet die Beratungsstelle ihre Dienste nun auch den Rückkehr-Berater/-innen in Thüringen an.

Zum Abschluss des Blicks auf RLP berichtete Frank-Peter Wagner von der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Trier über den aktuellen Sachstand bei der Flüchtlingsaufnahme.

Dr. Hermann Schönmeier von Micado Migration präsentierte die Angebote des IntegPlan VI für das Jahr 2018/19 wie z. B. zahlreiche Weiterbildungen und Länderkunde mit Exkursionen in einzelne Herkunftsländer.

Die eingeladenen Länder-Referenten sorgten mit ihren aktuellen Berichten über ihre Erfahrungen vor Ort für einen interessanten Einblick zu den Unterstützungsmöglichkeiten und Herausforderungen bei einer geförderten Rückkehr.

Vater Alexi berichtete über die Situation in Syrien. Er hofft, dass es in Kürze zu einer politischen Lösung für Syrien kommen wird. Seine christliche Hilfsorganisation GOPA DERD gibt es schon seit dem Jahr 1994. Sie ist in ganz Syrien vertreten und beschäftigt knapp 1600 Mitarbeiter/-innen mit unterschiedlichsten religiösen und ethnischen Wurzeln.

Sie helfen derzeit überwiegend den Binnenflüchtlingen, die wieder in ihre Städte, Ortschaften, Häuser und Wohnungen zurück wollen und denen es oft am Nötigsten fehlt. Dazu kommen viele Rückkehrer aus den grenznahen Gebieten im Libanon oder in Jordanien. 80% der Bevölkerung ist inzwischen verarmt.

Timo Stegelmann von der Organisation Help e.V. zeigt die Möglichkeiten auf, die seine Organisation in Serbien hat, um Rückkehrer zu betreuen und zu integrieren. Das geschieht über insgesamt 13 sog. Hubs (Informations- und Beratungszentren), die im ganzen Land verteilt sind. Hauptzielgruppe für die Unterstützung ist die Ethnie der Roma. Unterstützung erfahren alle hilfsbedürftigen vor Ort, nicht nur Rückkehrer.

Nysret Krasniqi von der Diakonie Kosova stellte die Unterstützungsmöglichkeiten für Rückkehrer aus RLP vor und vermittelte Eindrücke über die vielfältigen Ausbildungskurse, die von der Diakonie Kosova - nicht nur für Rückkehrer - angeboten werden. Speziell für Frauen unter anderem Schneider- und Friseur-Kurse, für alle Zielgruppen überwiegend handwerkliche Kurse. Seit neuestem gibt es auch einen Ausbildungskurs zum Koch. Etliche der erfolgreichen Absolventen konnten bereits eine Beschäftigung aufnehmen oder sich mittels einer kleinen Existenzgründung selbstständig machen.

Die unterschiedlichsten Rückkehr- und Reintegrationsförderprogramme wurden von fachlich versierten Referenten vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert.

Nathalie Kasparek von IOM stellte Details zu den Förderprogrammen REAG/GARP und StarthilfePlus vor (MEDA-Fälle; UMA; Programm "Wohnen"). Der Vertreter des BAMF, Roman Skrodzki kündigte an, dass es im nächsten Jahr voraussichtlich eine Konsolidierung bei den Rückkehr-Förderprogrammen geben wird. Jan Berger, ebenfalls BAMF, stellte das erweiterte ERIN-Reintegrationsprogramm vor und skizzierte die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung bei Ausreisen nach Syrien.

Gianna Carolina Sgroi, Reintegrationsscout der GIZ, zeigte die Unterstützungsmöglichkeiten des Scout für Rückkehrberater auf. Ferner gab es eine kurze Vorstellung der in Rheinland-Pfalz geplanten Reintegrations-Vorbereitungskurse von VHS und Social Impact gGmbH.

Mit vielen neuen Informationen rund um das Thema Rückkehr traten die Rückkehrberaterinnen und Rückkehrberater aus Behörden und NGO`s am Freitagmittag die Heimreise an.