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Fachtagung „Landesinitiative Rückkehr“ 2016

Am 10. und 11. November 2016 fand zum 11. Mal die Fachtagung "Landesinitiative Rückkehr" statt. Schwerpunkte der Veranstaltung waren die Krisenregion "Naher Osten" und die daraus resultierenden Flüchtlingsströme sowie die Möglichkeiten einer geförderten Rückkehr in verschiedene die Herkunftsländer, speziell nach Syrien und Afghanistan.

Organisiert wurde die Tagung vom "Kompetenzzentrum Rückkehr, Beratungsstelle Trier " beim Diakonischen Werk der Evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach.

Am ersten Tag begrüßte der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, Carsten Stumpenhorst, den Vertreter des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, Dr. Elias Bender, die Vertreterin des Ministeriums für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Doreen Ohrdorf, Vertreter/innen der ADD und der Aufnahmeeinrichtungen in Trier, der Internationalen Organisation für Migration und Flüchtlinge (IOM), des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Projektpartner des Kompetenzzentrums Rückkehr aus Magdeburg, zahlreiche Rückkehrberater/-innen aus den Kreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz sowie Vertreter von Wohlfahrtsverbänden.

Dr. Elias Bender betonte, dass die geförderte Rückkehr ein fester Bestandteil der Landespolitik von Rheinland-Pfalz ist und bleiben wird, dass aber aufgrund der aktuellen Situation neue Kriterien erarbeitet werden sollten. Darüber hinaus sei ein Bestreben, die aktuellen Projekte weiterzuentwickeln.

Im Anschluss daran berichteten Friedrich Einwich und Dr. Aleksandra Pistalo über die Arbeit der Beratungsstelle Trier des "Kompetenzzentrum Rückkehr".

Frank-Peter Wagner von der ADD zeigte auf, wie sich die Landschaft der Erstaufnahme-einrichtungen im Land RLP verändert hat und wird.

Die wesentlichen Aktivitäten und Neuerungen bei IOM stellte Matthias Peter Ahr vor.

Clemens Ronnefeldt vom Internationalen Versöhnungsbund e.V. referierte über die Krisenregion "Naher und Mittlerer Osten". Eindrucksvoll zeigte er auf, dass es keine einfache und zeitnahe Lösung im Syrienkonflikt geben kann. Denn die vielen Akteure haben die unterschiedlichsten Interessen in dieser Region.

Die anschließende Diskussion mit dem Vertreter von IOM, zwei Rückkehrberaterinnen und dem Plenum zum Thema "Rückkehrwünsche von Syrern - Für und Wider -" zeigte die Schwierigkeiten: Kann man Syrische Staatsbürger, die freiwillig nach Syrien zurückkehren wollen, in Rückkehrfragen beraten? Kann man die Ausreise verweigern? Warum darf man nicht fördern? Kann man es verantworten, Syrische Flüchtlinge zurückkehren zu lassen? Es wäre wünschenswert, wenn der Beratende nach intensiver Abwägung von Für und Wider im Einzelfall aus der Landesinitiative die Rückkehr fördern könnte. Dass es in Syrien auch ein Leben für Rückkehrer gibt, zeigte der Fall einer fünfköpfigen Syrischen Familie, die im Frühjahr mit Förderung ausgereist war: Kurz vor der Tagung erhielt die Rückkehrberaterin Bilder von der Familie und die Information, dass trotz vieler widriger Umstände der Mann in Damaskus ein Optikergeschäft eröffnet hat, und dass die Kinder wieder zur Schule gehen können.
Zum Abschluss des ersten Tages referierte Claudia Söder von medica mondiale e.V. über erfolgreiche Frauenprojekte in Afghanistan und die Situation in speziellen Regionen.

Der zweite Tag startete mit den Ausführungen von Julia Redies vom Bundesministerium des Inneren. Sie erläuterte die Pläne in der Migrationspolitik und zeigte auf, dass auch der freiwilligen/geförderten Rückkehr mehr Bedeutung zukommen soll.

Robert Keller (BAMF) informierte über neuem Ankunftszentrum in Trier und zeigte die ersten Erfolge auf. Christa Welter (BAMF) stellte die Asylzahlen des Jahres 2016 vor.

Danach referierte Dr. Kenan Engin (Bonner Institut für Migrationsforschung und interkulturelles Lernen) über die aktuelle Situation in der Türkei. Seine Ausführungen stimmten die Zuhörer sehr nachdenklich.

Zum Abschluss präsentierte Silvia Merkle (BAMF) das Reintegrations-Förderprogramm "ERIN" mit Focus auf dem Rückkehrland Pakistan.

Am frühen Nachmittag verabschiedete Carsten Stumpenhorst die Teilnehmenden. Mit über 70 Personen an jedem der beiden Tage verzeichnete die Tagung einen Besucherrekord.