Geschichte der Kirchengemeinde

In der Südeifel konnte sich lange keine evangelische Gemeinde halten, gehörte dieses Gebiet doch fest in die Hand des Bischofs von Trier. Erst nach den Kriegen Napoleons kam auf dem Wiener Kongress die Eifel zu Preußen. König Friedrich Wilhelm lll machte dann Prüm zur Kreisstadt und zur Garnison der Landwehr. Im Herbst 1821 müssen sich dann einmal der Major, der Tierarzt und der Zollkommissar, getroffen haben - vielleicht zum Skat? Jedenfalls beschlossen diese drei ihren König anzuschreiben und um die Errichtung einer Evangelischen Gemeinde zu bitten. Der Brief wird noch im preußischen Staatsarchiv aufbewahrt. König Wilhelm III gründete daraufhin durch den Kabinettsbeschluß vom 23.12.1821 die Gemeinde Prüm.

Die Gründung einer Kirchengemeinde per Kabinettabeschluß ist historisch so einmalig; dass unser Siegel daran erinnert. "R W III" - Rex Wilhelminus III - ist deutlich auf dem Siegel zu lesen. Obwohl damals zur Kirchengemeinde fast die ganze Südeifel mit Bitburg, Daun und Gerolstein gehörte, war die Zahl der Evangelischen zu gering, um einen Pfarrer zu bezahlen. Erst nachdem der König aus seiner Privatschatulle zum Pfarrergehalt den Betrag von jährlich 500 Taler dazugab, konnte am 14.4.1829 der erste Prümer Pfarrer, Wilhelm Schmidt aus Lobeda, eingeführt werden. 86 Gemeindeglieder gab es damals in der Gemeinde.

Nur langsam wurde die Gemeinde größer. 1875 Ist dann Bitburg und 1896 auch Daun und Gerolstein selbständig geworden. Von dieser Zeit an umfaßt unsere Gemeinde das Gebiet des alten Landkreises Prüm, heute das Gebiet der Verbandsgemeinden Arzfeld und Prüm. Seit 1895 hat unsere Gemeinde auch ihre eigene Kirche. Für den Betrag von 32.737 Mark wurde sie vom Regierungsbaumeister Wilde aus Berlin gebaut. Vorher war Gottesdienst im Lehrerzimmer des Gymnasiums. In der alten Benediktiner Abtei zu Prüm. Im 2. Weltkrieg wurde unsere Kirche weitgehend zerstört und dann 1952 in der jetzigen Form neu aufgebaut.

Aus der alten Kirche stammen noch die Fundamente, der Fußboden und der Taufstein. Auch die "Heimeligkeit" der alten Kirche Ist durch den Wiederaufbau nicht gestört worden. Im Jahr 1982 wurde dann aus dem Material des Taufsteins (Birresborner Sandstein) der Fußboden des Altarraumes und die Kanzel gestaltet. Der Trierer Künstler Persy schuf die Chorfenster, die den Gang der Verkündigung darstellen.