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Evangelische Kirche im Rheinland - Thorsten Latzel zum Präses gewählt

Düsseldorf. Thorsten Latzel wird Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Landessynode wählte den 50-jährigen Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt an die Spitze der Kirche, zu der zwischen Niederrhein und Saarland rund 2,4 Millionen Menschen gehören. Er tritt die Nachfolge von Manfred Rekowski an, der im März nach achtjähriger Amtszeit in den Ruhestand geht.

Dr. Thorsten Latzel, Foto: ekir.de

Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Trier, Dr. Jörg Weber, hat dem neu gewählten Präses Dr. Thorsten Latzel unmittelbar nach seiner Wahl per Mail von Herzen gratuliert und ihm alles Gute und Gottes Segen für sein Amt gewünscht. Zudem sei er froh, "dass Sie ganz verschiedene Perspektiven aus der Kirche mitbringen, auch den Blick und die Erfahrung aus ländlichen Räumen." Das sei Weber aus Sicht des flächengrößten Kirchenkreises der Evangelischen Kirche im Rheinland sehr wichtig.

Der promovierte Theologe Latzel setzte sich im ersten Wahlgang mit 113 Stimmen gegen seine Mitbewerberin und seinen Mitbewerber durch: Almut van Niekerk, Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, erhielt 57 Stimmen. Auf Professor Dr. Reiner Knieling, Leiter des Gemeindekollegs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Neudietendorf, entfielen 17 Stimmen. Der neue Präses wird am 20. März in sein Amt eingeführt.

Konsequent von den Menschen her denken
Kirche müsse konsequent von den Menschen her denken, hatte Latzel in seiner Vorstellungsrede vor den Abgeordneten aus den 37 rheinischen Kirchenkreisen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland gesagt. Es gehe nicht um die Frage "Wie kommen die Leute zu unseren Angeboten?", sondern: "Was können wir tun, um Menschen in ihrem Leben und Glauben zu stärken? Dazu müssen wir sie fragen: persönlich, zu Hause. Und wir sollten mit den 20- bis 40-Jährigen anfangen."

Kirche muss Ort der Hoffnung für die Welt sein
Die Gesellschaft stehe vor immensen Aufgaben, so Latzel. Er nannte als Beispiele die Zerstörung der Umwelt, Gewalt und Ungerechtigkeit sowie antidemokratische Kräfte, gegen die die offene Gesellschaft gestärkt werden müsse. "Als Christinnen und Christen haben wir auf all das keine einfachen Antworten. Aber wir haben eine andere Perspektive: eine Perspektive der Hoffnung. Wir glauben an einen Gott, der die Welt in seinen Händen hält und der vom Tod auferweckt. Wir leben aus der unbedingten Liebe Christi, die uns auch mit Feinden anders umgehen lässt. Und wir haben die verwegene Hoffnung, dass Gottes Geist diese Welt zu einem guten Ende führen wird." Aufgabe der Kirche sei es, Ort der Hoffnung für die Welt zu sein: "Unsere Aufgabe ist es, die zu werden, die wir immer schon sind: Kirche Jesu Christi. Eine welt- und zukunftsoffene Gemeinschaft mit einem freien Glauben. Eine Kirche, die nicht versucht, überall alles zu sein, aber: Salz der Erde und Licht der Welt. Eine Kirche, die mit ihren eigenen Ressourcen ebenso haushält wie mit der uns anvertrauten Schöpfung. Eine Kirche, die den Nöten unserer Gesellschaft begegnet, indem sie heilsam Gott zur Sprache bringt. Und eine Kirche, die sich selbst immer wieder davon überraschen lässt, was Gott noch Großes mit uns vorhat."

Zur Person Dr. Thorsten Latzel

Wahlen nebenamtliche Mitglieder der Kirchenleitung
Neben den Wahlen für das Präsesamt und für zwei weitere hauptamtliche Mitglieder der Kirchenleitung stimmten die Synodalen aus den 37 Kirchenkreisen zwischen Niederrhein und Saarland auch über fünf nebenamtliche Positionen in dem 15-köpfigen Gremium ab.

Ricarda Gerhardt aus Schauren wurde dabei für acht Jahre als nebenamtliches Kirchenleitungsmitglied gewählt. Auf sie entfielen 99 Stimmen. Gerhardt ist Heilerziehungspflegerin und Mitglied im Gemeindedienst für Mission und Ökumene Saar Nahe Mosel (GMÖ). Die Diakonin (Jahrgang 1972) aus dem rheinland-pfälzischen Schauren ist zudem stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftskreises Ruanda der Region Eifel im Kirchenkreis Trier, Mitglied des Jugendausschusses der Kirchengemeinde Schauren-Kempfeld-Bruchweiler und Mitglied im Arbeitskreis Geistliches Leben der Werkstätten für Menschen mit Behinderung bei der Stiftung Kreuznacher Diakonie. Darüber hinaus engagiert sie sich beim Diakonie-Tag im Umfeld der örtlichen Kirchengemeinden, organisiert und beteiligt sich an Gottesdiensten sowie Kinderbibeltagen und ist seelsorglich tätig.

Weitere Informationen zu den Wahlen sowie zur Landessynode der EKiR unter www.ekir.de/landessynode


Pressestelle EKiR/ekir.de/ekkt.de
Foto: ekir.de








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