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Fassungslos und traurig angesichts unfassbarer Gewalttat - Ökumenische Gedenkfeiern für die Opfer der Amokfahrt in Trier

Trier - Nach der Amokfahrt eines Autofahrers mit fünf Toten und mehreren Verletzten in der Trierer Innenstadt haben am Abend des 1. Dezember 2020 mehr als 100 Menschen im Trierer Dom für die Opfer der Tat und deren Angehörige, für die knapp 700 Einsatz- und Rettungskräfte und alle Betroffenen gebetet. Zu dem ökumenischen Gebet hatten Dr. Jörg Weber, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Trier, sowie der Trierer Bischof, Dr. Stephan Ackermann, eingeladen.

Hielten die Ökumenische Klageandacht am Morgen des 2. Dezember: Superintendent Dr. Jörg Weber, Evangelischer Kirchenkreis Trier, sowie Weihbischof Franz Josef Gebert, Bistum Trier (v.l.)

Wahrzeichen der Stadt und Ort des Gedenkens - die Porta Nigra mitten in Trier

Ökumenisches Gebet im Dom - Dr. Jörg Weber und Dr. Stephan Ackermann (v.l., Bild: IH/Bistum Trier)

"Unsere Unruhe und Angst, unsere Sprachlosigkeit und große Fassungslosigkeit, unsere Trauer und unsere Tränen, und unsere Dankbarkeit für die, die helfen konnten, unser Suchen nach Gott, der uns ferne scheint, unsere zitternden Knie angesichts der grauenhaften Bilder und Nachrichten - all das bringen wir vor Gott mit der Bitte und Hoffnung, dass er uns nahe kommt", fasste Weber das Entsetzen angesichts des schrecklichen Geschehens in Worte. "In Gedanken und mit unseren Gebeten sind wir bei allen, die betroffen sind, die trauern und verängstigt sind."

Klagefeier an der Porta Nigra
Am Mittwochmorgen, 2. Dezember 2020, haben sich zudem zahlreiche Menschen an der Porta Nigra in mitten der Stadt zu einer Ökumenischen Klagefeier zusammengefunden. Gemeinsam mit dem Trierer Weihbischof Franz Josef Gebert hielt Weber die Andacht: "Trauer braucht Zeit. Und Trauer braucht Raum, und einen Ort. Deshalb sind wir heute morgen hier. Um der Trauer Zeit und Raum zu geben an diesem Ort. An der Porta Nigra, dem Wahrzeichen von Trier. Und so bringen wir unsere Trauer mit Gebeten vor Gott." Ab sofort besteht die Möglichkeit, auch weiterhin an der Porta mit Kerzen und Blumen aller Betroffenen zu gedenken und ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, zeigte sich sichtlich bewegt: "Wir trauern mit den Angehörigen der Toten und wir beten mit den Verletzten und denen, die das Geschehen verarbeiten müssen" , sagte Dreyer im Rahmen der Klagefeier. Es sei ein großes Zeichen, dass so viele Menschen an diesem Morgen zusammen gekommen seien, so die Ministerpräsidentin, und war sich gewiss: "Die Trierer sind solidarisch."

Trier leidet, resigniert aber nicht
Auch Wolfram Leibe, der Trierer Oberbürgermeister, drückte sein Entsetzen und seine Fassungslosigkeit angesichts der schrecklichen Tat aus und rief ebenfalls zu Solidarität in diesen schweren Zeiten auf: "Lassen Sie uns diese Solidarität, die ich hier gerade erlebe, aufrechterhalten. Wir brauchen uns. Geben Sie uns das Gefühl von Nähe, geben Sie uns das Gefühl, dass wir Trierer zusammen stehen. Trier trauert. Trier leidet. Trier resigniert aber nicht!", so der OB.

Der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Christoph Pistorius, hatte bereits am Tag des Unglücks dem Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe seine Anteilnahme ausgedrückt. In einer E-Mail schreibt Vizepräses Pistorius, der viele Jahre lang Superintendent in Trier war: "Die Nachrichten aus Trier haben meine Frau und mich zutiefst erschüttert. Gerade die Fußgängerzone und der Marktplatz sind für uns Heimat, Orte der Geborgenheit. Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir verbunden mit denen, die durch diese schreckliche Tat aus dem Leben gerissen wurden oder die jetzt um ihr Leben ringen müssen, aber auch bei jenen, die trauern oder von Angst erfüllt sind. Unser Mitgefühl gilt auch Ihnen und allen, die in ihrer Verantwortung für diese Stadt getroffen sind." Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, schreibt bei Facebook: "In Gedanken und Gebeten sind wir bei den Menschen in Trier, die Opfer einer Amokfahrt geworden sind. Wir bitten Gott um seinen Beistand."

Gedenkminute - Glockengeläut
Am Donnerstag, 3. Dezember, werden die Glocken der Trierer Innenstadtkirchen um 13:46 Uhr - exakt zwei Tage nach der Amokfahrt - zum Zeichen des Gedenkens an die Opfer und Betroffenen und als Einladung zum stillen Gebet läuten. Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe hatte zu einer Gedenk- und Schweigeminute aufgerufen. Die Kirchengemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Trier sind eingeladen, sich dem Glockengeläut anzuschließen.

Hilfsangebote
Ein offenes Ohr, jemand der zuhört in schweren Zeiten, anonym, kompetent und rund um die Uhr - das Angebot der Telefonseelsorge erreichen Sie telefonisch unter 0800/1110111 sowie 0800/1110222, der Anruf ist kostenfrei. Weitere Informationen, auch zur Online-Seelsorge, finden Sie unter www.telefonseelsorge.de

Hilfshotline des Landes RLP
Ersthelferinnen, Ersthelfer und Betroffene erhalten psychosoziale Unterstützung über die Notfall-Hotline: 0800/0010218

Lebensberatungstellen vor Ort
Informationen zur Familien- und Lebensberatung des Diakonischen Werkes in Trier finden Sie unter Beratung Diakonie Trier

Eine Übersicht über die Lebensberatungsstellen des Bistum Trier und deren Angebote finden Sie unter: 
https://www.lebensberatung.info/

 

 


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