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Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier tagte in Wittlich

Wittlich – Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier (EKKT) hat am Samstag, 9. November 2019, in Wittlich getagt. Dabei war auch der Umgang des Kirchenkreises mit dem Klimaschutz Thema. Der Kirchenkreis hat einen Klimaschutzfonds mit einem Volumen von 180.000 Euro eingerichtet. Damit können zum Beispiel Photovoltaikanlagen auf kircheneigenen Gebäuden bezuschusst werden.

Berichteten aus der Arbeit des Kirchenkreises: Superintendent Dr. Jörg Weber, Pfarrerin Sabine Meckelburg (Vorsitzende des Partnerschaftskreises der Region Eifel im EKKT), Jugendreferentin Katinka Fries sowie die beiden Konficamp-Teamer Georg Zerbe und Helen Manhart (v.l.), Bild: ekkt.de

In seinem Jahresbericht nahm Superintendent Dr. Jörg Weber dann auch Bezug auf das besondere Datum der Tagung. So verwies er zum einen auf den Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren am 9. November 1989: "Der Abend vor 30 Jahren hat die Welt verändert. Dass wir in einem freien Land leben, ist nicht hoch genug einzuschätzen und zu bewerten. Dass Menschenrechte, Religions- und Meinungsfreiheit in unserem Land gelten, gehört zu den Auswirkungen dieses denkwürdigen Abends." Darüber hinaus erinnerte der leitende Theologe des Kirchenkreises an die Reichspogromnacht und schlug den Bogen ins Hier und Jetzt: "Angesichts des versuchten Anschlags auf die Synagoge von Halle und des immer wieder aufkeimenden Antisemitismus ist überdeutlich, dass wir die Errungenschaften des Friedens und der Freiheit ganz entschieden gegen alle Formen von Gewalt und Antisemitismus in Erinnerung bringen." Jede und jeder könne etwas tun, so Weber, es gelte, überall da, wo man persönlich, am Arbeitsplatz, im Raum der Kirche, in Kitas oder in Schulen mit Antisemitismus in Berührung käme, diesem deutlich und klar zu widersprechen.

Die heutige Wirklichkeit in dieser Welt, im Arbeitsleben, in der Kirche und auch persönlich sei geprägt von Umbrüchen, betonte Weber weiter. Ein wichtiges Thema dabei sei unter anderem der Klimaschutz. In seinem Bericht ging er auf die konkrete Frage, was der Kirchenkreis an Klimaschutzmaßnahmen beitragen kann, ein. "Wir haben es mit Folgen eines Klimawandels zu tun, der uns große Anstrengungen abfordert, wie wir unsere Umwelt auf Dauer lebenswert erhalten, wie wir uns für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen können." Die rheinische Landeskirche habe sich seit vielen Jahren mit dem Klimaschutz befasst, "wir haben aber noch viel zu tun", so Weber. Der Kirchenkreis Trier habe aus diesem Grund einen Klimaschutzfonds angelegt, aus dem Mittel für die Anschaffung und Nutzung nachhaltiger Energie und Mobilität seitens der Kirchengemeinden und Einrichtungen beantragt werden könnten, erläuterte Weber. Damit solle beispielsweise der Bau von Photovoltaikanlagen auf kircheneigenen Gebäuden und damit die Förderung von Ökostrom auch zum Eigenverbrauch gestärkt werden. Zur Verfügung stehen 180.000 Euro.

Ein weiterer, deutlich wahrnehmbarer Umbruch, so Weber, manifestiere sich eindrücklich im Bereich der Digitalisierung. Trotz aller positiven Entwicklungen durch die Digitalisierung bleibe für die Kirche die persönliche Begegnung vor Ort, ohne digitale Werkzeuge, weiterhin unverzichtbar. Mit dem sogenannten Planstellenkonzept, welches die zukünftigen Personalressourcen zur pastoralen Versorgung in den Regionen und Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Trier bis 2025 regelt und das die Kreissynode bereits im vergangenen Jahr beschlossen hatte, sei dafür eine wichtige Grundlage geschaffen worden, betonte Weber.

Auch auf der Tagesordnung der rund 80 Kreissynodalen standen zudem Informationen zu zwei besonderen Projekten im Kirchenkreis Trier: So berichteten Pfarrerin Sabine Meckelburg und Ricarda Gerhardt über die Partnerschaftsarbeit der Region Eifel mit der Diözese Cyangugu in Ruanda - und das Projekt Single Mothers. Nicht zuletzt dank des Engagements des Partnerschaftskreises ist es gelungen, für alleinerziehende Mütter ein Haus zu errichten, in dem Schulungsangebote wie beispielsweise Nähkurse stattfinden - die Frauen des ersten Kurses erhielten bereits ihr Zertifikat, das mittlerweile auch eine staatliche Anerkennung hat und damit ein gutes Sprungbrett für die Zukunft bietet.

Single Mothers Projekt und Konficamp
Zum anderen stellten die Jugendreferentin des Kirchenkreises, Katinka Fries, gemeinsam mit den Teamern Georg Zerbe und Helen Manhart das Konficamp des EKKT vor: Bereits zum zweiten Mal sind rund 160 Konfirmandinnen und Konfirmanden und haupt- sowie ehrenamtliche Teamerinnen und Teamer aus neun Gemeinden des EKKT zum gemeinsamen Konficamp in Biggesee (Olpe) gefahren. Unter dem Motto " me&you" gingen sie fünf Tage auf die "Expedition Gottsuche", wobei die Themen Vertrauen und Gemeinschaft im Mittelpunkt standen - neben gemeinsamen Gottesdiensten gab es ebenso zahlreiche spielerische und sportliche Angebote für die Jugendlichen. Für Katinka Fries eine großartige Erfahrung für viele "gelebte Beispiele für Christsein, von Angesicht zu Angesicht". Ein bundesweites Konficamp gibt es bereits seit einigen Jahren - der Kirchenkreis Trier hat die Idee für sich aufgenommen und lädt seit 2018 auf Kirchenkreisebene zum EKKT-Konficamp ein.

Nicht zuletzt hat die Kreissynode den Haushalt 2020 mit seinen beiden Teilen kreiskirchlicher Haushalt und innersynodaler Finanzausgleich verabschiedet. In beiden Fällen gibt es jeweils geringe Steigerungen gegenüber 2019 aufgrund leicht gestiegener Kirchensteuereinnahmen sowie Einnahmen aus dem Finanzausgleich der Landeskirche. Das Volumen des kreiskirchlichen Haushalts beträgt 1,87 Mill. Euro. Der Haushalt kommt wie in den vergangenen Jahren ohne Entnahmen aus der Rücklage aus.


Jahresbericht 2019 von Superintendent Dr. Jörg Weber zum Download


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