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Unsere Musik ist Verkündigung der guten Botschaft – Rheinischer Landesposaunentag 2019 in Trier

Trier – Ein gewaltiger Hall ging durch Trier - Rund 500 Bläserinnen und Bläser waren am vergangenen Wochenende von Freitag, 24. Mai 2019, bis Sonntag, 26. Mai 2019, in der Stadt und gaben dem Rheinischen Landesposaunentag 2019 ein Gesicht – und vor allem einen ganz besonderen Klang.

Mit der Taschentrompete in Trier - Posaune kann er aber auch: Stefan Schmelting beim Rheinischen Landesposaunentag 2019 in Trier (Bild: ekkt.de)

Kirche nach draußen, in die Stadt bringen: Landesposaunenwart Jörg Häusler ist begeistert vom Landesposaunentag in Trier - und steckt mit seiner Begeisterung an!

Mit dabei war auch Stefan Schmelting (41) aus Goch am Niederrhein. Mit elf Jahren schon hat er angefangen zu spielen - zunächst Basstrompete, später dann auch Posaune. Und die Begeisterung für die Posaunenarbeit hält bis heute an: Schmelting bringt nun selbst als Jungbläserausbilder anderen das Spielen bei, dirigiert als Chorleiter den Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Pfalzdorf und engagiert sich zudem als Vorsitzender des Fördervereins des Posaunenwerkes der Evangelischen Kirche im Rheinland auch über die Gemeindegrenzen hinaus für diese besondere Form der Musik. Und genau das ist der Punkt: "Es geht darum, Musik zu machen, auszudrücken, was die Komponisten in ihre Stücke hineinkomponiert haben, sich das zu erarbeiten", so Schmelting. Dies sei ein ganz eigener kreativer Prozess, der ihn besonderes daran reize - mit einem ganz besonderen Ziel: "Unsere Musik ist Verkündigung der guten Botschaft, nur eben mit Musik statt mit Worten." Aber auch "regelmäßig vor Publikum zu spielen - mit dem Hobby, dass einem selbst so viel Spaß macht, auch anderen Spaß machen", sei ein entscheidender Motivationsfaktor. Ebenso wie die Gemeinschaft, die man mit und durch die Posaunenchöre erleben könne: "Gerade beim Posaunentag gibt es viele, die man kennen gelernt hat in den letzten Jahren" - und die man dann immer wieder träfe, begründet Schmelting seine Begeisterung.

Moderne, verbindende Kirchenmusik
In den Tagen in Trier haben ihn besonders zwei Dinge beeindruckt: Zum einen "der superschöne Klang der Jugendposaunenchöre - es ist beeindruckend, was für einen tollen Klang die haben. Die haben die letzten Jahre gut genutzt und spielen heute weit über das normale Posaunenchorniveau hinaus!", erläutert Schmelting, der selbst viel mit jungen Bläsern ebenso wie mit Jungbläsern arbeitet. Ein feiner Unterschied: Denn ein Jungbläser zu sein, das bedeutet nicht zwangsläufig, jung an Jahren sein zu müssen. Nein - in der Sprache der Posaunenchöre ist ein Jungbläser jemand, der sich frisch ans Instrument getraut hat - und das egal welchen Alters. Das sei auch das besonders Praktische daran: "Das ist ein Hobby, das man bis ins hohe Alter machen kann", weiß der Posaunist und Trompeter seine Instrumente zu schätzen. Zum anderen haben ihn in Trier die Workshops mit Komponisten und Künstlern besonders fasziniert, wie beispielsweise Jens Uhlenhoff und Rüdiger Baldauf - mit diesen persönlich zu arbeiten und von den Komponisten selbst ihre Stücke erklärt zu bekommen, das schätze er sehr, erläutert Schmelting. Sein Fazit am Ende der drei Posaunentage in Trier: "Der Landesposaunentag zeigt, wie modern Kirchenmusik sein kann. Und wie verbindend." Denn in der Posaunenarbeit gibt es keine Trennung zwischen jung und alt, Anfängern und Profis -"Bei uns ist jeder willkommen!".

Kirche nach draußen, auf die Plätze und in die Stadt bringen
Willkommen in Trier fühlte sich auch Landesposaunenwart Jörg Häusler vom Posaunenwerk Rheinland. Häusler hat den Landesposaunentag anlässlich des 70jährigen Bestehens des Posaunenwerkes maßgeblich organisiert - mit großer Professionalität, viel Herzblut und hohem Engagement, denn: "Es ist wichtig, dass wir zeigen, wie lebendig Kirche ist, " so Häusler. Für ihn waren die Tage in Trier "ein großartiger Bogen", der mit dem Festgottesdienst am Sonntag in der Evangelischen Kirche zum Erlöser seinen würdigen Abschluss gefunden hat. Dieser sei sicherlich etwas ganz besonderes gewesen, so Häusler, der 2017 für seine Verdienste um die Bläserarbeit zum Kirchenmusikdirektor ernannt worden ist. Aber das größte Highlight für ihn sei, dass so viele gekommen seien, betonte Häusler. Denn rund 500 Bläserinnen und Bläser wie auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher bei Konzerten und Workshops sprechen eine deutliche Sprache. Und damit ist das Konzept des Landesposaunentages für ihn aufgegangen: "Wir wollten Kirche nach draußen bringen, auf die Plätze und in die Stadt. Und zeigen: Wir sind Kirche - dass es nur so schallt!" Und das ist absolut gelungen.

Stichwort: Posaunenwerk Rheinland
Das Posaunenwerk Rheinland entstand 1949 durch den Zusammenschluss der Posaunenchöre auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland. Seit 1986 ist es rechtlich selbständig und als Verein organisiert. Aktuell gehören ihm knapp 200 Posaunenchöre mit rund 2000 Mitgliedern an. Die meisten Chöre sind in evangelischen Kirchengemeinden aktiv und wesentliche Bestandteile der Gemeindearbeit vor Ort. Zu seinem 70-jährigen Bestehen veranstaltete das Posaunenwerk vom 24. bis 26. Mai den Landesposaunentag in Trier mit rund 500 Teilnehmenden unter dem Motto "HimmelHochJauchzen". Das Posaunenwerk Rheinland gehört zum Evangelischen Posaunendienst in Deutschland (EPiD) mit mehr als 100.000 Posaunenbläserinnen und -bläsern. 2016 wurden Posaunenchöre in die Unesco-Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen.

Weitere Infos: www.posaunenwerk-rheinland.de


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