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Ein Aushängeschild für gelungene kirchliche Bildungsarbeit – Neue Schulleitung am DBG Schweich

Trier / Schweich – Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Evangelischen Kirche zum Erlöser, der Konstantin-Basilika in Trier am Freitag, 21. September 2018, wurden Oberstudiendirektorin Silvia Neimes und Studiendirektor Thomas Queckbörner als neue Schulleitung des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Schweich offiziell in ihr Amt eingeführt.

Bei der feierlichen Einführung in der Konstantin-Basilika Trier: Pfarrer Thomas Luxa, Vorstand Dietrich-Bonhoeffer-Stiftung, Silvia Neimes, Schulleiterin DBG, Thomas Queckbörner, stellvertretender Schulleiter DBG, Oberkirchenrätin Henrike Tetz, Evangelische Kirche im Rheinland (v.l.), Foto: ekkt.de

"Wir vertrauen Ihnen, dass Sie mit ihren Charismen in Zukunft die Schulgemeinschaft stärken werden", sagte Oberkirchenrätin Henrike Tetz in ihrer Predigt anlässlich der Einführung. Und betonte die besondere Bedeutung von Bildung. Diese sei mehr als Wissen, so Tetz, "unsere Welt wird nicht durch Anhäufung von Wissen gestaltet". In der Bildung ginge es vielmehr um das Menschwerden und -sein. Gebildet sei, so Tetz weiter, wer einen Sinn für das Ganze habe, wer kritisch hinterfrage, wer aber auch glaube und hoffe. "Dafür gibt es am DBG einen besonderen Sensus." Beim anschließenden Festakt in der Mensa des Schweicher Gymnasiums gratulierte die rheinische Oberkirchenrätin auch im Namen von Präses Manfred Rekowski sowie der gesamten Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland und ergänzte zudem: "Diese Schule ist ein Aushängeschild für gelungene kirchliche Bildungsarbeit - hier vor Ort, aber auch darüber hinaus." Für den Träger der Schule, die Dietrich-Bonhoeffer-Stiftung, sprach der Vorsitzende, Pfarrer Thomas Luxa der neuen Schulleitung das Vertrauen aus: "Als Vorstand wissen zu dürfen, dass die Leitung dieses Gymnasiums in Ihren Händen liegt, dass Sie Ihre Gaben, Ihr Engagement und Ihre hohe Kompetenz einbringen - das tut gut." Das vergangene Jahr, in dem Neimes und Queckbörner die Leitung der evangelischen Schule bereits kommissarisch inne hatten, habe gezeigt, dass "die Entscheidung, Sie zu berufen, die richtige ist", so Luxa. Und dabei bringt die neue Schulleitung viel mehr als ein Jahr an Erfahrung mit. Bereits seit 2005 ist Silvia Neimes als Lehrerin für Latein und Mathematik und stellvertretende Schulleiterin am DBG tätig. Und auch Thomas Queckbörner, Lehrer für Mathematik und Sozialkunde, gehört dem Lehrerkollegium seit 2010 an. Beiden gemeinsam sei, so Luxa, "die tiefe Überzeugung von dieser unserer Schule". Einer Schule, die christliches Schulleben gestalte und den Menschen, der mehr ist als die Summe seiner Leistungen, wertschätze. Und das Bildung als Wesensmerkmal von Kirche am DBG derart Gestalt annehmen könne, sei nicht selbstverständlich, betonte Luxa abschließend auch in Richtung des Evangelischen Kirchenkreises Trier.

Ein vertieftes Verständnis von Demokratie
Dr. Jörg Weber, der Superintendent des Kirchenkreises, nahm diesen Ball in seinen Worten anlässlich der Einführung auf: Seit vielen Jahren schon sei das DBG am Projekt "Schule ohne Rassismus (SOR)" beteiligt. Dies sei in diesen Tagen notwendiger denn je, so Weber: "Christliche Bildung ist ein wichtiger Beitrag für unsere Gesellschaft, für unsere Demokratie." Es brauche heutzutage ein vertieftes Verständnis von Demokratie - und eine Schule, die junge Menschen befähige, in dieser demokratischen Gesellschaft zu leben, mündige Bürgerinnen und Bürger zu werden und nach dem christlichen Menschenbild zu leben, so Weber. Peter Epp, der leitende Regierungsschuldirektor der ADD Trier, bekräftigte dementsprechend in seiner Gratulation: "Die christlichen Werte, für die das DBG steht, werden von der Schulleitung gelebt und umgesetzt." Dabei sei sowohl Neimes als auch Queckbörner eine Mischung aus Entschlossenheit und Vorsicht zu eigen, eine Mischung, die Entscheidungen absichere und diese breit tragbar mache. Weitere Grußworte und Gratulationen kamen von Oberstudiendirektor i.K. Axel Schneider von der landeskirchlichen Direktorenkonferenz sowie von Oberstudiendirektor Albrecht Petri aus Prüm im Namen der Bezirksdirektorenkonferenz. Der Schweicher Stadtbürgermeister, Lars Rieger, gratulierte im Namen der Stadt Schweich und betonte: "Schule ist ein Ort an dem gelernt und gelebt wird. Das DBG ist dabei hervorragend aufgestellt." Schon der Vorgänger, Gerhard Deussen, habe zu den impulsgebenden Lehrern gehört, die Beruf als Berufung verstünden. Darauf ließe sich aufbauen, so Rieger. "Mit Ihnen beiden wurde eine hervorragende junge Schulleitung gefunden." Förderschuldirektor Volker Werkhausen von der Levana Schule in Schweich stellte in seinen Grußworten die Bedeutung der Partnerschaft der beiden Schulen vor Ort heraus, insbesondere die regelmäßigen Begegnungen zwischen Förder- und Regelschülern würden so selbstverständlich, freute sich Werkhausen. Diese Partnerschaft habe eine lange Tradition in Schweich, an der es festzuhalten gelte. Für den Schulverein des DBG sprach Pastorin Britta Lehmkuhl Glückwünsche aus - und betonte in ihrer Gratulation, wie wichtig es sei, den Dienst "mit Kopf, Hand und Herz" zu versehen. Denn bei allem gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Druck, der auf Entscheidungen laste, sollten auch weiterhin christliche Werte und sozialethische Aspekte ihre Berechtigung finden, so Lehmkuhl. Für die Schüler- sowie die Elternschaft gratulierten abschließend Alexander Christ und Stefan Vecellio del Monego - und Letzterer betonte ebenfalls: "Bei allen Rechten und Pflichten soll das Menschliche nicht vergessen werden. Mit Ihnen ist das möglich."

Schülerinnen und Schüler zu Kritikfähigkeit und Toleranz erziehen
In einem bewegten Additum bedankten sich Silvia Neimes und Thomas Queckbörner anschließend - ein besonderer Dank ging an das Kollegium und die erweiterte Schulleitung sowie an MAV, Lehrerrat und Elternschaft für die Unterstützung im ersten Jahr als Schulleitung. "Es ist für uns ein gutes Gefühl, dass wir an einem Strang ziehen", betonte Neimes. "Wir wollen transparent im Miteinander sein, als Team", führte Queckbörner weiter aus. Angesichts einer sich stetig verändernden Schullandschaft skizzierte er einige der wichtigsten Aufgaben- und Themenbereiche, denen sich die neue Schulleitung stellen wolle, so beispielsweise den Fragen der Digitalisierung: "Digitalisierung von Schule zielt darauf ab, Schülern das notwendige Knowhow zu vermitteln, den Umgang mit der Technik." Neben der Einbindung der Eltern dabei sei es jedoch wichtig, keinem "Digitalisierungswahn" zu verfallen, so Queckbörner. Das soziale Lernen, seit jeher eine wichtige Säule des erzieherischen Wirkens am DBG, stehe dem gegenüber. Verantwortliches Handeln, auch unter dem Stichwort Cybermobbing, gelte es zu vermitteln, betonte der stellvertretende Schulleiter. "Wir bleiben aber als Schule erst mal analog", so Queckbörner - und verwies damit unter anderem auch auf die Bedeutung einer Fehlerkultur im schulischen Miteinander: "Aus Fehlern entsteht Kreativität. Da, wo Fehler normal sind, traut man sich Fehler zu machen und daraus zu lernen." Neimes brachte die anstehenden vielfältigen Aufgaben und Themen abschließend auf den Punkt: "Das DBG bleibt im Wandel, muss zukunftsfähig sein und bleiben." Dabei Antworten zu geben auf die Fragen der Menschen von heute, sei entscheidend. Das DBG, so Neimes, trage den Namen des evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffers voller Stolz. Schülerinnen und Schüler zu Kritikfähigkeit und Toleranz zu erziehen, dieser Verantwortung wollten sie sich stellen. "Wir möchten unsere Schüler befähigen, sich einzulassen auf die wirkliche Welt - und diese zu gestalten." Dass die neue Schulleitung dabei längst auf einem guten Weg ist, ließ das abschließende Wort der Schulleiterin noch einmal deutlich anklingen: "Diese Schule liegt mir am Herzen."

Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Schweich
Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium ist ein evangelisches Ganztagsgymnasium in Schweich. Träger ist die Dietrich-Bonhoeffer-Stiftung, welcher der Evangelische Kirchenkreis Trier sowie die Kirchengemeinden Wittlich und Ehrang angehören. Gestartet ist der erste Jahrgang im Jahr 2001, das Gymnasium hat heute rund 480 Schülerinnen und Schüler. Schwerpunkte des erzieherischen Wirkens am DBG sind das Soziale Lernen, das Prinzip des "Lernen lernen", Berufsberatung, vielfältige Austauschprojekte sowie BITS, verschiedene Angebote für Schülerinnen und Schüler, die sich nach deren Begabung, Interessen und Talenten richten.


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