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Projekttag zur Frage der Aktualität von Karl Marx am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium

Im Rahmen eines Projekttages haben sich etwa 100 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Schweich mit der Frage nach der Aktualität von Karl Marx beschäftigt. Der Projekttag erfolgte in Kooperation des Schulreferats des Evangelischen Kirchenkreises Trier (Britta Lehmkuhl) und der Evangelischen Akademie im Rheinland (Peter Mörbel) mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (Robert Loscheider). Eingeladen hierzu waren Oberkirchenrat i.R. /a.D. Klaus Eberl und Privatdozent Dr. Reiner Marx von der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Rund 100 Schülerinnen und Schüler des DBG diskuterten angeregt über Karl Marx

Zunächst haben sich die Schüler und Schülerinnen in kleineren Arbeitsgruppen dem Denken des Philosophen angenähert. Im Mittelpunkt standen hierbei die Gedanken des 17jährigen Marx zum Thema Berufswahl, seine Religionskritik, seine Geschichtsvorstellung, seine Anthropologie sowie die Frage nach dem Wesen der Arbeit.

Ergebnisse und Fragen aus den Arbeitsgruppen wurden anschließend in einem gemeinsamen Podiumsgespräch diskutiert. Es entspann sich ausgehend von der Frage, ob man Karl Marx heute ein Denkmal angesichts der historischen Konsequenzen seiner Schriften setzen darf, ein lebendiger Austausch der Schüler und Schülerinnen. Die Diskussionsrunde war sich einig, dass man Karl Marx als den Vordenker des Kommunismus würdigen kann. Doch wurde auch die Frage gestellt, inwieweit Marx für die Weiter- und Fortentwicklung seiner Gedanken im Leninismus-Stalinismus oder Maoimus verantwortlich ist. Besonders intensiv beschäftigte die Schüler das Thema Demokratie und die innere Notwendigkeit der Produktionssteigerung und des Fortschritts nach der Kapitalismustheorie angesichts der endlichen Ressourcen dieser Welt. In der Diskussion stellten die Teilnehmenden heraus, dass Karl Marx wichtige Problemanalysen und Anstöße geliefert hat im Bereich der sozialen Frage und dem kapitalistischen System. Bestimmte Entwicklungen in der Geschichte und Sozialpolitik wollte Marx vorhersehen, die so nicht eingetreten sind: Die Situation der Arbeiterschaft hat sich zumindest in Deutschland in den letzten 200 Jahren durch die Sozialgesetzgebung verbessert. Der Kapitalismus hat sich nicht selbst überlebt, sondern weitet sich immer mehr aus und ist infolge der Globalisierung nach wie vor hochaktuell.

Zum Schluss ermutigte Dr. Reiner Marx die Schülerinnen und Schüler Karl Marx im O-Ton zu lesen: er schreibe humorig und bildreich, während sie selbst mit den Originalschriften einen sachlichen Zugang zu seinen Gedanken fänden.

Robert Lohscheider / Britta Lehmkuhl


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