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Trauer um Ernst Volk

Der Evangelische Kirchenkreis Trier trauert um Ernst Volk. Der ehemalige Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Mülheim und Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Trier starb am 16.Oktober 2015 im Alter von 87 Jahren.

Nach dem Studium der evangelischen Theologie in Marburg, dem Vikariat in Oberhausen sowie dem Hilfsdienst in Hückelhoven wurde der gebürtige Biskirchener Pfarrer in Mülheim an der Mosel. 1964 wählte ihn die Kreissynode zudem dreimal in Folge in das Amt des Superintendenten des Kirchenkreises Trier, das er bis zu seiner Pensionierung 1992 inne hatte.

In all der Zeit galt er stets als ein engagierter und streitbarer Prediger und Seelsorger, dem der Gottesdienst besonders am Herzen lag. Er machte sich für das Verständnis der Theologie Luthers und dessen reformatorisches Erbe stark. Bei seinem Ausscheiden aus dem Pfarrdienst und Superintendentenamt sagte er vor der Kreissynode: „Die besten Hilfen für das eigene Predigen fand ich in Luthers Sermonen und Predigten. Welch eine Gedankenfülle quillt einem da entgegen, wie viel Ermutigung und welche innere Befreiung! Das hätte ich in meinem Superintendentenamt nie missen wollen. Was soll all die Verwaltungsarbeit, was taugen all die Konferenzen und Tagungen? Sie mögen wichtig sein, um Kirche zeitlich in Ordnung zu halten. Aber ohne das Amt der sonntäglichen Wortverkündigung, ohne das Gebet für die Gemeinden, die Mitverkündiger und für die Ältesten unter uns wäre das alles nur Leerlauf: Holz, Heu, Stroh und Stoppeln. Christus aber ist das Fundament, der Fels seiner Gemeinde, den die Pforten der Hölle nicht auffressen können. Tod und Teufel müssen Christus immer wieder ausspeien. Von dieser Gewissheit leben wir – und nicht von Kirchensteuern oder Aktionen und Demonstrationen. So wuchsen mir aus dem Wort Gottes in all den langen Jahren Kraft und Zuversicht! Was wäre die Gemeinde Jesu Christi ohne diese Gewissheit. Möge sie uns aller immer wieder durchglühen und aufrichten. Dann wird unsere Kirche auch wieder Zukunft haben.“

Neben allen Tätigkeiten in der Kirchengemeinde, im Kirchenkreis sowie in der Landeskirche galt Ernst Volks besonderes Augenmerk der damaligen Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises mit Kirchengemeinden in der Uckermark in der seinerzeitigen DDR. Er führte diese voran und sorgte über viele Jahre für einen regen Austausch.

Der Evangelische Kirchenkreis Trier verliert einen engagierten und profilierten Theologen, der 28 Jahre die Geschicke des Kirchenkreises leitete.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen. Mögen Sie gewiss sein, dass das Wort des Apostels Paulus gilt: „Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.“

Der Trauergottesdienst findet am 23. Oktober 2015 um 14.00 Uhr in der evangelischen Kirche Mülheim,  Kirchstraße in 54486 Mülheim  statt.

Pfarrerin Maren Vanessa Kluge
(Skriba des Ev. Kirchenkreis Trier)


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