Digitaler Klingelbeutel

Viele Institutionen, Vereine, Organisationen haben mit Geld aus kirchlichen Kollekten geplant. Bei den landeskirchlichen Kollekten kommen da unter normalen Umständen schon beträchtliche Beträge zusammen. Doch jetzt sind keine normalen Umstände. Gottesdienste finden nicht in gewohnter Form statt und so werden auch keine Kollekten gesammelt. Das Geld fehlt.

Sie haben die Möglichkeit, über den "digitalen Klingelbeutel" zu spenden. Hier gibt es Informationen zu den Kollektenzwecken und den Bezahlmöglichkeiten.

Wir legen Ihnen an dieser Stelle die Diakoniekollekten der letzten Monate ans Herz.

Unter Angabe des Verwendungszweckes können Sie über die Evangelische Kirchengemeinde Trier spenden. Wir geben ihr Geld ohne Abzüge weiter. Natürlich können Sie auch direkt an die Institutionen spenden.

Die Bankdaten der Evangelischen Kirchengemeinde lauten:

IBAN: DE45 5855 0130 0000 2325 61
BIC: TRISDE55

Videoandacht am Palmsonntag

Videoandacht aus der Evangelischen Kirche zum Erlöser (Konstantin-Basilika) in Trier von Pfarrerin Vera Zens und KMD Martin Bambauer für Palmsonntag, den 5. April 2020.

Viele Institutionen haben mit dem Geld aus kirchlichen Kollekten geplant. Auch beim online-Gottesdienst können Sie spenden - mit dem digitalen Klingelbeutel. Hier finden Sie Informationen zum Kollektenzweck und den Zahlungsmöglichkeiten.

Andacht zum Sonntag Laetare von Pfarrerin Friederike Kuhlmann-Fleck

Guten Morgen! Es ist Sonntag, Gottesdienstzeit.
Das heißt – vielleicht auch nicht wenn Sie das lesen, vielleicht ist es schon Montag mittag oder Donnerstag abend. In der Basilika können wir nicht miteinander feiern, auch nicht im Caspar-Olevian-Saal. Aber wir versammeln uns in Gedanken, wir bleiben Gemeinde, auch wenn wir nicht zusammenkommen können. Und deswegen will ich versuchen, mit Ihnen eine Andacht zu feiern. Nicht eine Ansprache einzustellen, sondern vor allem gemeinsam zu beten und vielleicht auch Musik zu
hören. Probieren wir mal, wie es geht – und schreiben Sie mir doch gern was dazu. 

Die Musikstücke sind Aufnahmen im Internet, auf youtube. Normalerweise sollte sich ein Fenster öffnen und die Musik abspielen, wenn Sie auf den Titel klicken. Am Besten Sie schließen das Fenster mit der Musik nach dem Stück wieder. Wenn das nicht klappt oder Sie das nicht möchten, geht es natürlich auch ohne – oder Sie hören selbst etwas zuhause.

Eine Kerze anzünden, ein paar Momente zur Ruhe kommen, auch das kann helfen, dass wir am Bildschirm miteinander feiern.

Lied: „Meine Zeit steht in deinen Händen“ https://youtu.be/E49-Mox84S8

Lasst uns beten:

Barmherziger Gott,
zu Dir kommen wir –
gemeinsam, auch wenn wir uns nicht treffen können.
Du hast gesagt: Wo zwei oder drei in deinem Namen zusammen sind,
da bist du mitten unter uns.
So sei bei uns
wenn wir in unseren Häusern und Wohnungen als Familie zusammen sind,
wenn wir uns vor dem Computer daheim verbinden,
wenn wir in deinem Geist gemeinsam beten.
Lass uns deine Gemeinde sein,
schenk uns die Kraft des Heiligen Geistes,
die uns verbindet wo immer wir sind.
Darum bitten wir im Namen Jesu Christi,
der mit Dir und dem Heiligen Geist
lebt und Leben schenkt in Ewigkeit.
Amen

Der Psalm für diesen Sonntag redet von der Sehnsucht nach Gottes Haus – und viele von uns werden den Kirchenraum und das gewohnte Zusammmensein vermissen. Er redet auch von Gottes Begleitung in dürren Zeiten – darauf wollen wir uns verlassen:

Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!
Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn;
mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, Herr
Zebaoth, mein König und mein Gott.
Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.
Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten
und von Herzen dir nachwandeln!
Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund,
und Frühregen hüllt es in Segen.
Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion.
Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs!
Gott, unser Schild, schaue doch; sieh an das Antlitz deines Gesalbten!
Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend.
Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause
als wohnen in den Zelten der Frevler.
Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre.
Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.
Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!

(Psalm 84)

Dieser Sonntag im Kirchenjahr hat einen Namen. „Lätare!“ heißt er, „Freu dich!“ Eine Aufforderung, die ganz anders ist als die anderen, die wir in diesen Tagen hören und befolgen: Wasch dir die Hände! Bleib zuhause! Halte Abstand!

Und so gut und richtig und lebens-wichtig diese Aufforderungen auch sind, Freude bereiten sie nicht. Im Gegenteil. Natürlich haben wir Angst. Die einen mehr, die anderen weniger. Manche überwältigend viel, anderen dämmert erst langsam, wie sehr sich das Leben ändern wird. Und wir gehen unterschiedlich damit um. Gelassen und relativ ruhig die einen – voller Sorge und Panik andere - und wieder andere versuchen, nun erst recht mit Aktion und Ausnahmezustands-Betriebsamkeit die Hilflosigkeit zu überspielen.

Und mitten darin nun: Freut euch!?

Ich sammele ja seit Jahren „kleine Freuden“. Wie das angefangen hat, weiß ich gar nicht mehr, vermutlich irgendein Buch oder möglicherweise eine Anregung in einem Fasten- oder Adventskalender, auf jeden Fall ist es schon lange her, seitdem ich das erste Heftchen gefüllt habe: mit kleinen Dingen, die mir begegnet sind und die mich fröhlich gemacht haben. Ich schreibe nicht wirklich jeden Tag was auf, aber mit der Zeit hat sich doch schon eine ganze Menge zusammengefunden. Eine wilde Mischung aus Alltäglichem (der Geruch des ersten Kaffees am Morgen!) Besonderem (das Buch, das ein Freund herausgegeben und mir geschenkt hat!) und Kuriosem (das Schild „3 Schuhe zum Preis von 2“). Diese kleinen Dinge helfen, die Perspektive zu behalten. Gerade an Tagen, die dunkel und schwer sind nicht aus dem Blick zu verlieren, dass sie eben nicht nur dunkel und schwer sind, dass es das andere, das Leichte, die Freude auch noch gibt.

Ein bisschen so ist dieser Sonntag, der ja mitten in der Passionszeit liegt: er ist so etwas wie ein „Kleines Ostern“ – noch nicht das große Fest, noch eingebettet in das Nachdenken über Leid und Not, aber schon ein Vorgeschmack, ein kleiner Funke vom großen Licht.

Seinen Namen hat dieser Sonntag aus einem Text im Propheten Jesaja:

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. (Jesaja 66, 10-13)

Wir können uns freuen, weil wir getröstet werden. Nicht weil alles gut und einfach und leicht wäre, sondern weil Gott da ist. Weil wir uns erinnern können, dass neben all dem, was uns gerade das Herz abdrückt, was uns ängstlich und verunsichert macht – dass neben dem allem gleichzeitig auch noch etwas anderes ist. Dass es etwas gibt, was wir auch noch – vor allem anderen -  sind: Kinder Gottes. Und dass am Ende und am Anfang und zwischendrin, wie bedrängt wir uns auch fühlen, Gott es ist, der uns und unser Leben hält und bewahrt. Nicht erst, wenn alles vorbei ist, wenn die Welt wieder normal geworden ist und wir unser mehr oder minder alltägliches Leben mehr oder minder wieder aufnehmen können – sondern jetzt. Mittendrin. Weil Gott selbst mit uns mittendrin ist und uns zusagt, uns zu trösten.

Ich wünsche es Ihnen, in den nächsten Tagen, und mir selber auch und allen, an die wir denken – dass uns Gott in den Arm nimmt, wenn wir es brauchen, und dass mitten in all dem, was da auf uns zukommt und auf uns einspricht auch eine leise Stimme ins Ohr flüstert: Lätare- freu‘ dich!

Amen.

Lied: „Lobe den Herrn, meine Seele“ https://youtu.be/OX8ySlt2UQc

Barmherziger Gott,
wie eine Mutter willst du uns trösten,
in den Arm nehmen wie ein verängstigtes Kind.
Wir bitten Dich – tu das.
Halt uns fest, wenn uns die Angst überkommt.
Wisch uns die Tränen ab, wenn wir überwältigt sind.
Richte uns auf, wenn wir stolpern,
mach uns Mut, schenk uns Freude.

Weil du unsere Kraft und unsere Hoffnung bist,
bringen wir dir die Menschen, die Kraft und Hoffnung brauchen:
Wir bitten Dich für die Frauen und Männer in den Kliniken,
den Arztpraxen, den Pflegeheimen und im Rettungsdienst,
und für die Menschen  in den Laboren und Forschungseinrichtungen.

Wir bitten Dich für alle, die arbeiten, damit das Leben weitergeht:
für die Verkäuferinnen und Verkäufer in den Läden,
für die Menschen bei den Paketdiensten und Zuliefereren,
für die in den Kraftwerken, bei der Müllabfuhr,  in den Wasserwerken…

Wir bitten Dich für die Kranken und die Sterbenden,
für die, die um Menschen trauern und besonders für die,
die jetzt nicht persönlich Abschied nehmen können.

Wir bitten Dich für die Menschen,
die von Panik erfasst sind,
die nicht mehr ein und aus wissen
und von ihrer Furcht überrollt werden.

Wir bitten Dich für die, die trösten und beistehen,
für die, die Gesten der Menschlichkeit in die Welt senden
die anderen zunicken und aufmuntern.

Wir bitten Dich für alle, die uns persönlich am Herzen liegen,
für die Menschen mit denen wir das Leben teilen,
für die Menschen die wir vermissen,
für die Menschen um die wir uns sorgen.

Alle unsere Bitten legen wir in das Gebet, das Christus uns gelehrt hat.

Wenn Sie mögen, beten Sie das Vater unser jetzt laut. Ich tue es auch, während ich es eintippe. Ja, das klingt erstmal etwas komisch, so vor dem Bildschirm sitzend. Aber es verbindet auch – Sie und mich und uns alle, die wir unseren Glauben festhalten und die Gemeinschaft der Glaubenden bewahren, auch in diesen seltsamen Zeiten.

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit.
Amen.

Mit dem Refrain des Liedes wünsche ich Ihnen Gottes Segen für heute und morgen! Bleiben Sie bewahrt!

Gott segne Dich, behüte Dich,
erfülle Dich mit Geist und Licht.
Gott segne Dich!
Erhebe dich und fürchte nichts
denn du lebst vor Seinem Angesicht.
Gott segne Dich!

Lied: „Ich wünsch Dir Gottes Segen!“ https://youtu.be/-5Ubb0QhEMk