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Gemeindekonzeption der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde Kleinich

Einleitung:

Wir alle sind Gemeinde in Gottes Schöpfung und leben die Botschaft der Liebe.

Wir bauen gemeinsam Brücken für alle Menschen, die mit uns den Weg des Glaubens und der Hoffnung gehen möchten.

Wir alle sind Gemeinde.

Wir, das sind die evangelischen Christen in den Hunsrückgemeinden Krummenau, Hirschfeld, Horbruch, Hochscheid und Kleinich. Wir stehen in der Tradition der Reformation seit 500 Jahren. Wir, das sind Menschen aller Altersstufen, mit unterschiedlichen Berufen, Kleinkinder und Schüler, Jugendliche und Erwachsene, Senioren, Kranke und Gesunde. Wir alle, das sind Singles und Familien, Freunde und Bekannte, Kollegen und Nachbarn.

Wir leben in Gottes Schöpfung.

Einer an Schönheit reichen Landschaft mit einer Natur, die uns immer wieder neu mit Bewunderung und Freude erfüllt. Wir sind dafür voller Dank und wollen Gottes Schöpfung bewahren und schützen als Geschenk, das uns von Ihm anvertraut ist und für das wir alle Verantwortung tragen.

Wir leben die Botschaft der Liebe.

Die Botschaft der Liebe, wie sie Gott seinem Volk gab und die durch das Leben unseres Herrn Jesus Christus uns verdeutlicht und verkündigt wurde, ist die Richtschnur unseres Handelns. Sowohl in unseren Familien und Dörfern, als auch sonst im täglichen Leben, ja, überall, wo wir Menschen begegnen, soll dies deutlich werden. In der Liebe Gottes, wie Gott sie schenkt, der Liebe, wie sie Jesus Christus lebte und sie lehrte als die über alles erhabene Kraft, die alles Trennende zu überwinden vermag, soll in unserer Gemeinde, in unser aller Leben Gottes Geist sichtbar werden. Sie ist eine Kraft, mit der wir die Schöpfung bewahren, Frieden stiften und Not lindern können.

1. Brücke: Gottesdienste

Wir bauen eine Brücke durch unsere Gottesdienste - zu dem lebendigen Gott, um sein Wort und seinen Segen zu empfangen und miteinander in der Gemeinschaft des Glaubens zu wachsen. Die Gemeinde versammelt sich im Namen des dreieinigen Gottes, hört Gottes Wort, antwortet mit Gebet und Lobgesang, feiert Taufe und Abendmahl, empfängt Gottes Segen und lasst sich in die Welt entsenden.

2. Brücke: Ämter

Wir bauen eine Brücke durch unsere Ämter - sie ermöglichen eine lebendige Gemeinde, durch die verantwortungsvolle Tätigkeit der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Allen gemeinsam obliegt die Aufgabe, das Evangelium in Wort und Tat zu verkündigen.

3. Brücke: Geistliche Angebote

Wir bauen eine Brücke durch unsere geistlichen Angebote - sie ergänzen unsere Gottesdienste. Sie wollen uns in unseren Gruppen und Kreisen sowie jeden Einzelnen von uns ermutigen und anregen, unser Leben stärker christlich zu gestalten. Unsere Angebote reichen von traditionellen Andachten bis hin zu Kirchenkino und meditativem Tanz.

4. Brücke: Gruppen und Kreise

Wir bauen eine Brücke durch unsere Gruppen und Kreise - wir pflegen so die sozialen Kontakte in der Gemeinde. Die Angebote sprechen sowohl jüngere als auch ältere Gemeindeglieder an. Außerdem bieten sie die Möglichkeit zu verschiedensten ehrenamtlichen Tätigkeiten innerhalb unserer Kirchengemeinde, insbesondere in der Leitung unserer Gruppen und Kreise.

5. Brücke: Gespräche und persönliche Begegnungen

Wir bauen eine Brücke durch Gespräche und persönliche Begegnungen - sie dienen uns dazu, den regen Kontakt unter den Gemeindegliedern zu fördern und ermöglichen uns den Austausch über kirchliche und persönliche Anliegen.

6. Brücke: Übergemeindliche Kontakte

Wir bauen eine Brücke über die Gemeindegrenzen hinaus - wir sind offen für Begegnungen und Gespräche innerhalb unserer Kirchengemeinde, unseres Kirchenkreises und darüber hinaus.

Wir begegnen Menschen aus unseren Nachbargemeinden bei gemeinsamen Veranstaltungen: Gottesdienste, Freizeiten, Fortbildungen und andere Treffen ermöglichen einen Austausch untereinander.

Auch mit den katholischen Kirchengemeinden leben wir unseren christlichen Glauben. Wir laden uns gegenseitig ein und begegnen uns bei weiteren Veranstaltungen, z.B. bei Bibelabenden und Gemeindefesten. Wir pflegen den Kontakt zum Förderverein der Synagoge in Laufersweiler. Es ist uns ein Anliegen, die Gedenkstätte zur Erinnerung und zur Stärkung von Menschlichkeit und Toleranz zu erhalten. Die Ausstellung mit den jüdischen Kultgegenständen hilft uns, die jüdischen Wurzeln unseres christlichen Glaubens besser zu verstehen.

Unsere Vereine bereichern die Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen mit festlicher Musik und Gesang. Die Vereine laden uns ein, ihre Feste und Jubiläen durch Andachten und Gottesdienste mit zu gestalten.

Unsere Kinder werden in den Kindergärten, Schulen, im evangelischen Religionsunterricht und in Schul- und Kindergottesdiensten an unseren christlichen Glauben herangeführt.

7. Brücke: Kirchen und Kapellen

Kirchen und Kapellen sind eine Brücke über viele Generationen hinweg, die uns letztlich über Raum und Zeit hinausweisen auf Gott und sein Reich. Über viele Jahrhunderte pflegen und erhalten wir sie mitten in unseren Dörfern. Sie sind deshalb mehr als nur ein Gebäude. Es sind sichtbar gewordene Brücken weit hinüber in eine andere, göttliche Dimension, die unsichtbar und unverfügbar ist und bleibt.

Ausblick: Und die Zukunft? Landgemeinde mit Herz!

Wir dürfen dankbar sein, in einer solch herrlichen Landschaft zu leben. Wir dürfen dankbar sein, dass wir in unseren Dörfern so friedlich leben können. Wir dürfen dankbar sein, dass in unserer Kirchengemeinde die Situation recht stabil ist und sich weiter entwickelt. Unsere Hoffnung ist, dass sich noch viele Wünsche erfüllen werden:

Der Wunsch dass Jugendliche und junge Erwachsene stärker ihren Platz in der Gemeinde finden - in den bestehende Gruppen und Kreisen oder in ganz neuen, die ihren Neigungen und Interessen entsprechen, in denen sie ihre Gaben udn Fähigkeiten entfalten können, in denen ihre Bedürfnisse und ihr Suchen nach erfülltem Leben und Lebenssinn Antworten findent.

Gleiches gilt für Erwachsene in der mittleren Lebensphase, für ältere und alte Menschen.

Sie alle sollten - so ist unsere Hoffnung - in der Gemeinde ihren Platz finden, mitwirken beim "Brückenbau" und angebotene Brücken nutzen.

Da gibt es noch vieles zu tun.

Wenn aber das eine oder das andere nicht so gehen wird, wie wir es erhoffen, muss dann alles in Frage gestellt werden? Eine kleine Landgemeinde hat eben nur begrenzte Möglichkeiten, sowohl organisatorisch als auch personell und materiell. So ist unsere erste Aufgabe, das Vorhandene zu bewahren, zu pflegen und an neue Bedingungen anzupassen.

Und da dürfen wir nicht müde werden.

Jeder in der Gemeinde ist aufgerufen, durch seinen Einsatz zu zeigen, dass wir unser Christsein entsprechend unserer Zeit ernst nehmen. Heute, in dieser modernen Welt. Jeder auf seine Weise.

Es wäre ein großer Gewinn, wenn wir unsere Kirchen und Kapellen, die Gemeindehäuser und das Pfarrhaus erhalten könnten. Manche Herausforderung kommt da auf uns zu. Gemeinsam werden wir das und all die anderen Aufgaben lösen. Vielleicht müssen wir uns auch von Liebgewonnenem trennen. Vieles wird sich noch ändern. Viele Faktoren beeinflussen das Geschehen in der Gemeinde. So zum Beispiel im finanziellen und personellen Bereich. Da geht es zum Beispiel um die Kirchenmusik, den Organistendienst.

Wir werden jedoch trotz allem als lebendige Gemeinde bestehen bleiben, wenn wir uns selbst mit christlicher Überzeugung einbringen, unser Christsein leben und so Stärke gewinnen. Wir werden mit Nachbargemeinden noch näher zusammenrücken, mehr gemeinsame Aufgaben und Lasten schultern und uns bewusst und gezielt füreinander einsetzen.

Christliche Gemeinde lebt nicht in erster Linie von ihren wirtschaftlichen Grundlagen. Wenn sie erkennbar und überzeugend Brücken baut, die zentrale Botschaft ihres Glaubens bekennt und lebt, dann hat sie für die Zukunft ein starkes Fundament. Dann wird sie Menschen ansprechen. Sie wird ihnen einen Ort und eine Gemeinschaft anbieten, wie sie sie in all den unterschiedlichen Lebenslagen brauchen.

Eine offene Gemeinde bietet Antworten für Suchende, Gemeinschaft für Einsame, Hoffnung für Trauernde, Mut für Verzweifelte, Aufgaben für Befähigte und Hilfe für Bedürftige an.

So hat christliche Gemeinde eine lebendige Zukunft: Die Botschaft der Liebe in dieser Welt leben.