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Pfarrer Mindaugas Kairys zu Gast in unserer Gemeinde

Pfarrer Mindaugas Kairys, in Litauen Gemeindepfarrer und der Landespfarrer für Diakonie, war vom 29.10. bis 02.11.2019 Gast in unserer Gemeinde. Eine besondere Verbindung zwischen ihm und unserer Gemeinde entstand durch die Tatsache, dass in seinem Gemeindezentrum in Garliava die liturgischen Gegenstände der Christuskirche einen neuen Platz gefunden haben.

Das Diakoniezentrum in Garliava

Einweihungsfeier mit dem Bischof

Altar und Ambo der Christuskirche

in der Kapelle des Diakoniezentrums

Die Orgel

Die Gemeinde beim Gottesdienst

Jugendarbeit im Zentrum

Pfarrer Kairys in der Basilika

zu Gast beim Morgenlob

Gruppenbild

Als Diakoniepfarrer hat Kairys in Garliava (in der Nähe von Kaunas) ein Gemeindezentrum aufgebaut. Es ist dort eine neue evangelische Gemeinde entstanden und das Gemeindezentrum beherbergt auch zwei Diakonische Projekte: zum einen ein Tageszentrum für Kinder und Jugendliche aus sozialschwachen Familien, die nach der Schule dort betreut werden, und zum anderen ein Wohnheim, derzeit für vier Frauen, die aus der Haft entlassen wurden und nun Unterstützung bei der Resozialisierung benötigen.
In dem Gottesdienstraum des Gemeindezentrums stehen die liturgischen Gegenstände aus der ehemaligen Christuskirche. Hier feiert die Gemeinde einmal monatlich Gottesdienst.

Eine von Presbyter Wolfgang Güth organisierte Gruppe aus unserer Gemeinde war 2018 in Garliava und hat das Diakoniezentrum besucht. Danach entstand die Idee, Pfarrer Kairys, einmal zu uns einzuladen, damit er unsere Gemeinde kennenlernt und uns von seiner Arbeit in Garliava erzählen kann.
Während seines Besuchs luden wir zu einem öffentlichen Vortrag im DBH ein. Hier berichtete Pfarrer Kairys über sich und seine Arbeit, aber auch über die Situation der Ev. Kirche in Litauen. Pfarrer Kairys ist einer von 20 evangelischen Pfarrern in Litauen. Zudem gibt es noch einen Bischof. Bis vor drei Jahren konnte man in Litauen noch evangelische Theologie studieren, aber leider wurde dieser Studienzweig wegen fehlender Studenten geschlossen. Die Ev. Kirche ist in der Minderheit. Von den fast 3 Millionen Einwohner sind lediglich ca. 20.000 Menschen evangelisch. Trotzdem engagiert sich die Kirche sehr in der diakonischen Arbeit. Die Diakonie unterhält mehrere Tageszentren für Kinder und Jugendliche, da viele Kinder entweder aus Familien mit Suchtproblemen stammen oder nach der Schule ohne Betreuung sind, wenn die Eltern arbeiten oder gar wegen Jobs im Ausland längere Zeit nicht präsent sind.
Die Diakonie betreibt sie auch ein Rehabilitationszentrum für alkoholkranke Männer. Diese Männer haben durch ihre Mitarbeit beim Aufbau des Diakoniezentrums in Garliava handwerkliche Fertigkeiten gelernt und sind zum Teil jetzt als Helfer in der Baubranche in fester Arbeit.
Die Diakonie in Litauen wird von Seiten des Staates nur minimal bezuschusst. Da es auch keine Kirchensteuer gibt, ist die Kirche auf Spenden und ehrenamtliches Engagement angewiesen.
Herr Pfarrer Kairys konnte während seines Besuchs auch unser Gemeindeleben kennenlernen. Er nahm am Morgenlob teil und war begeistert über dieses Angebot, das von einer so großen Zahl von Frauen wahrgenommen wird. Bei seinem Besuch des Sprachcafés kam er schnell mit den Menschen ins Gespräch und war beeindruckt, was in diesem Angebot an integrativer Arbeit geleistet wird. Unsere Jugend kam mit ihm während des Konfirmandenunterrichts ins Gespräch.
Höhepunkt seines Besuches war sicherlich der Reformations- gottesdienst am 31.10.2019, in dem Pfarrer Kairys eine flammende Predigt über die Liebe Gottes zu den Menschen und die antwortende Liebe der Menschen zu Gott hielt. Die Ausgangskollekte des Gottesdienstes wurde für das Diakoniezentrum in Garliava bestimmt. Von dieser Kollekte soll - in partnerschaftlicher Verbundenheit - von einer lettischen Künstlerin ein Kirchenfenster für den Gemeinderaum gestaltet werden.    Claudia Giehl