Sechs Fragen zur neuen Hauptorgel

WIESO BRAUCHT GERADE DIE KONSTANTIN-BASILIKA EINE NEUE HAUPTORGEL?

Weil damit der Wiederaufbau der Konstantin-Basilika als Evangelische Kirche zum Erlöser vollendet werden kann. Die Basilika erhält wieder ein Instrument, das ihrer Größe und Bedeutung entspricht.

Die Konstantin-Basilika zählt als Evangelische Kirche zum Erlöser zum UNESCO-Welterbe. Der größte erhaltene säulenlose Einzelraum aus der Antike beherbergt die einzige Evangelische Kirche weltweit in einem Gebäude aus der Römerzeit. Als Kulturdenkmal und Gottesdienststätte besitzt die Basilika eine Anziehungskraft für mehr als 2 Millionen Besucher jährlich. Mit der neuen Hauptorgel wird der monumentale Raum ganz neu mit Klang gefüllt.


REICHT NICHT AUCH DIE VORHANDENE ORGEL AUS?

Nein, denn es lässt sich ein Großteil der Orgelliteratur (Romantik, Moderne) gar nicht oder nur mit unseriösen künstlerischen Kompromissen darstellen. Der sehr guten vorhandenen Chororgel fehlen einfach zu viele Klangfarben und technische Möglichkeiten, um zum Beispiel die großen Orgelwerke von Franz Liszt, Max Reger, Charles-Marie Widor oder Olivier Messiaen werkgetreu zu spielen.

Die neue Hauptorgel schenkt dieser Kirche ganz neue Möglichkeiten und Klangfarben - eine Bereicherung für Gottesdienst und Konzert.


MUSS DIE NEUE ORGEL WIRKLICH SO GROß WERDEN?

Ja, denn es geht darum, etwas zu schaffen, das dem Volumen und den Möglichkeiten dieses gewaltigen Raumes entspricht. Bei der Zusammenstellung der Register geht es dabei gar nicht in erster Linie um größtmögliche Klanggewalt. Wichtig ist eine möglichst große Differenzierung im Bereich der leisen, der grundtönigen und der solistischen Register. Sie geben der Basilika ganz besonders eindrucksvolle Klangfarben.


WELCHE NEUEN MÖGLICHKEITEN BRINGT EIN ORGELNEUBAU IN DER BASILIKA MIT SICH ?

Endlich lassen sich wieder alle Orgelwerke von der Romantik bis zur Gegenwart vollgültig darstellen. Zusammen mit der neobarock disponierten Schuke-Orgel wird die gesamte Orgelliteratur adäquat spielbar, d.h. die Aufführungspraxis von Orgelmusik in der Basilika wird authentischer und seriöser.

Durch das Zusammenspiel mit Soloinstrumenten, Orchester- und Chorbesetzungen und auch mit der Schuke-Chororgel ergeben sich völlig neue wunderbare kirchenmusikalische Möglichkeiten.


WIRD SICH DER RAUMEINDRUCK DER BASILIKA DURCH DIE NEUE ORGEL GRAVIEREND VERÄNDERN ?

Bei der Auswahl haben wir darauf geachtet, dass sich das neue Instrument in die Gestaltung der Konstantin-Basilika harmonisch einfügt. Durch die Anbringung an der Südwand der Basilika bleibt der faszinierende Eindruck von der Größe dieses aus der Antike kommenden Raumes erhalten.

Gleichwohl verdeutlicht die Hauptorgel: Wir können hier die Antike erinnern, weil das Monument eine Evangelische Kirche ist.


WAS GESCHIEHT MIT DER BESTEHENDEN CHORORGEL?

Die Schuke-Orgel aus dem Jahr 1962 wird unverändert bestehen bleiben und weiterhin Gottesdienste und Konzerte bereichern - nun allerdings ausschließlich mit Literatur, die dem neobarocken Klangcharakter des Instruments entspricht.