Die Evangelische Kirche zum Erlöser

Früherer Blick auf die Orgel

Fast bis zur Unkenntlichkeit deformiert. So präsentierten sich die Überreste des römischen Monumentalbaues zu Beginn der Preußenzeit. Durch den Umbau zum Schlossflügel war der einstige Raumeindruck völlig verloren gegangen.

Im Aufbau des Gebäudes in seinen einstigen römischen Raummaßen sah Friedrich Wilhelm IV, eine historisch einmalige Chance. Zum einen wollte der Preußenkönig mit dem Gebäude sichtbar anknüpfen an seinem großen Vorbild Konstantin. Zum anderen wollte er durch den Aufbau als Kirche sichtbar machen: Auch die Evangelische Konfession knüpft unmittelbar an die Tradition der urchristlichen Kirche an. Nirgendwo sonst gibt es eine evangelische Kirche in einem so alten Bauwerk!

1856 konnte die Evangelische Kirche zum Erlöser eingeweiht werden. Das spätklassizistische Bauwerk wurde im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges zerstört. Übrig blieben die Außenmauern – und die von Gustav Kaupert geschaffenen Statuen, welche die Ädikulanischen hinter dem Altar schmückten.

Beim Wiederaufbau in den 1950er Jahren wurden diese Figuren zerstört, Zeichen für die Geringschätzung des Klassizismus. Für die neue Kirche wurde eine steinsichtige Architektur bevorzugt. An den Steinen sollte die wechselhafte Geschichte des Gebäudes abgelesen werden können.

In Gegenwart des Bundespräsidenten Theodor Heuss wurde die Evangelische Kirche zum Erlöser ein zweites Mal eingeweiht – am 9. Dezember 1956.

Im Jubiläumsjahr 2006 kehren die Überreste der von Gustav Kaupert geschaffenen Figuren in die Basilika zurück – als Reminiszenz an die Aufbauleistung der Preußen vor 150 Jahren.