Die Schlossanlage

Der Abbruch begann 1614. Nicht nur die Ostwand und der größte Teil der Südwand der Basilika, sondern auch alle mittelalterlichen Ein- und Anbauten der kurfürstlichen Hofhaltung fielen dem Neubau des Schlosses St. Petersburg zum Opfer.

Lothar von Metternich (1599-1623) wollte, als er 1615 den Grundstein zum Neubau legte, ein fürstliches, zweckmäßig eingerichtetes Residenzschloss errichten – in Gestalt einer weitläufigen Vierflügelanlage mit einem zentralen Hof, der nun auch zwei Drittel des ehemaligen Innenraumes der römischen Palastaula einnahm.

Johann Philipp von Walderdorff (1756-1768) ließ den Südflügel zum Garten hin neu bauen – im Rokokostil. Im Gebäudeteil ist noch heute die von Johannes Seiz geschaffene Treppenanlage zu bewundern.

Der letzte Kurfürst Clemens Wenzeslaus (1768-1794) verlegte seine Residenz nach Koblenz. Das Trierer Schloss diente den bischöflichen Soldaten als Kaserne. Bei dieser Nutzung blieb es, als die Franzosen 1794 die Moselstadt besetzten. Auch die Preußen belegten ab 1815 das kurfürstliche Palais mit Soldaten.

1835 gelangten die maroden Reste des ehemaligen römischen Thronsaales zusammen mit dem Schloss per Schenkung in das Eigentum des preußischen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm IV. – Als Kirche wurde der ehemalige römische Thronsaal wieder aufgebaut.

Die übrigen Schlossteile blieben in militärischer Nutzung – bis zu ihrer Zerstörung am 14. August 1944. Seit dem Wiederaufbau 1956 dient das kurfürstliche Palais als Verwaltungsgebäude der Bezirksregierung, heute Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion.