Die Palastaula

Rund 1,5 Millionen Ziegelsteine wurden gebraucht, um die 33 m hohen Mauern der römischen „aula palatina“ zu errichten. Die Mauerkrone der Seitenwände ist mit ihren 3,40 m so dick, dass dort sogar ein Kleinbus entlangfahren könnte, ohne abzustürzen.

Im Inneren war der Thronsaal kunstvoll ausgestattet. Heller Marmor bedeckte die Wände, gegliedert durch Marmorinkrustationen. Die römischen Baumeister achteten bei der Materialauswahl darauf, dass auch der dunkle Marmor von einer hellen Maserung durchzogen war und so gleichsam von innen leuchtete.

Anders als bei den meisten antiken Großräumen arbeitete die Raumgestaltung nicht den Gegensatz von Licht und Schatten heraus. Die Basilika sollte ein Raum aus Licht werden. Nur das schien angemessen für den „sedes imperii“, für die kaiserliche Residenz.

Eingebettet war der riesige Thronsaal in eine weitläufige Palastanlage. Es erstreckte sich wahrscheinlich bis zum heutigen Rheinischen Landesmuseums. Auch Teile des heutigen Stadtteiles Gartenfeld (Trier-Ost) gehörten mit großer Wahrscheinlichkeit zum Palastareal.

Für ein Jahrhundert blieb die Basilika als Palastaula der politische Mittelpunkt für den westlichen Teil des Abendlandes. Noch heute dokumentiert das gewaltige Bauwerk die Blüte, welche die Moselstadt in dieser Zeit erlebte.

Mit dem Imperium Romanum ging auch der Thronsaal unter. Im 5. Jahrhundert wurde Trier immer wieder von den Franken erobert und geplündert. Übrig blieb eine Ruine.