Spiritualität

Liebe Leserin, lieber Leser!

Jetzt, nach den Feiertagen, geht es auch im Pfarrhaus ruhiger zu. Das Fest der Feste, der weihnachtliche Trubel, das gute Essen an den Feiertagen und die Besuche von Verwandten liegen hinter uns. Wenn dann noch draußen Schnee liegt und die Landschaft unter einer weißen Decke versteckt, kann ich die Stille fast schon hören. Friede breitet sich aus in meinem Herzen.

Ich denke an die Jahreslosung aus Psalm 34: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Ps 34,15) Der Psalmvers soll als Motto über den nächsten zwölf Monaten stehen. Sicher ist es kein Zufall, dass gerade der deutliche Aufruf zum Frieden ausgesucht wurde. Die politische Lage in der Welt ist ja nicht ruhiger geworden. Die Kriege, Bürgerkriege und blutigen Konflikte zwischen den Völkern dauern an.

Und nicht nur dort, der Unfriede dieser Welt findet seine Fortsetzung in unserem Land, in unserer Gesellschaft, in unseren Gemeinden, Häusern und Familien. Wir wünschen uns, dass alles friedlich und harmonisch zugeht. Wir sind auch bereit, „um des lieben Friedens willen“ schwierige Themen zu vermeiden und manches zu schlucken. Ein friedliches Miteinander ist dadurch aber nicht garantiert. Überall erleben wir, wie zerbrechlich und flüchtig der Frieden ist.

Die Sehnsucht nach Frieden bewegt die Menschen nicht erst seit heute. Daran erinnern uns die Jahreslosung und auch die Bergpredigt. Da sagt Jesus: „Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Mt 5,9)

Letzten Endes wünschen sich wohl alle Menschen Frieden. Doch so einfach ist es nicht, den Wunsch auch umzusetzen. Denn der Friede beginnt im eigenen Herzen. Solange ich innerlich zerrissen und unversöhnt bin, kann von mir kein Frieden ausgehen. Paulus schreibt: „Christus ist unser Friede.“ (Eph 2,14). Der Glaube, dass Christus das Zerrissene und Unfriedliche in mir versöhnt, schenkt meinem Herzen den Frieden, den ich suche.

Viele Grüße

Ihr Erik Zimmermann