Trier – Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier (EKKT) hat am Samstag, 08. November 2025, im Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Trier getagt. Auf der Tagesordnung der rund 70 Synodalen aus den Kirchengemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises standen insbesondere der Jahresbericht des Superintendenten, Dr. Jörg Weber, sowie der Planstellenprozess 2028+, in dem es unter anderem um die Bildung neuer Regionen im Kirchenkreis geht.
In seinem Bericht ging Superintendent Weber insbesondere der Frage nach, wie es gelingen könne, die aktuell anstehenden Veränderungen und Herausforderungen, auch angesichts weiter sinkender Mitgliederzahlen sowie weniger werdender Pfarrstellen, zu meistern: „Ich bin der Überzeugung, dass wir die vor uns liegenden Aufgaben nur gemeinsam schaffen werden“, brachte Weber es auf den Punkt. „Sicher mit unterschiedlichen Lösungsansätzen. Natürlich mit der Diversität der Gedanken und Überzeugungen, die uns auch theologisch in diesem Kirchenkreis ausmachen. Und ebenso mit der Sportlichkeit der Konkurrenz um die besten Ideen.“ Aber, so der Superintendent, zu schaffen sei es nur, „wenn wir uns auf unsere Gemeinsamkeiten und Grundüberzeugungen besinnen“. Die nächsten fünf Jahre seien dabei entscheidend – und es sei auch klar: „Es wird nicht mehr so werden, wie es früher einmal war.“ Diese Einsicht gelte es zu akzeptieren, betonte Weber.
Er erinnerte in seinem Bericht jedoch auch noch einmal deutlich an den Grund allen kirchlichen Handelns: „Wir sind als Kirche dazu da, den Menschen vom dreieinigen Gott zu erzählen. Sein heilsames Handeln für uns und diese Welt zur Sprache bringen. Sie in die Gelegenheit zu versetzen, mit Gott in Beziehung zu kommen. Das ist unser Auftrag. Dafür stehen wir. Mit all unseren Angeboten.“
Auch der Planstellenprozess 2028+ sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg, diesen Auftrag neu umzusetzen: „Zu überprüfen, was dem dient und was daran hindert, dem gehen wir auch in den regionalen Treffen in der Arbeit am Planstellenkonzept Perspektiven 2028+ nach.“ Nicht zuletzt deshalb sei es seine Überzeugung, dass es nur gemeinsam geht, „gerade, wenn wir kleiner werden. Und die Fragen in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Nachbarn betrifft eben nicht nur Schulreferat und Diakonie, sie bezieht sich vielleicht auch auf pastorale Arbeitsfelder und weitere Bildungsbereiche. Wir werden über die erweitere Zusammenarbeit von Kirchenkreisen, von Verwaltungen, von kreiskirchlichen Einrichtungen und Arbeitsfeldern noch viel mehr nachdenken müssen, als wir es bisher tun.“
Der Kern des Evangeliums ist Veränderung
Als in aller Unwägbarkeit stärkend beschrieb Weber die biblische Veränderungsgeschichte der Emmausjünger (Lk 24,13-35) und betonte dementsprechend: „Der Kern des Evangeliums – Kreuz und Auferstehung Jesu – ist Veränderung, Wandlung vom Tod zum Leben. Also kann in dem, was mich menschlich verständlich erschreckt, traurig macht oder gar mutlos zurücklässt, durchaus etwas heilsam Neues entstehen.“ Praktisch hieße das für die Zukunft: „Wir werden Mut benötigen, von Gott erbitten, aufbringen und ja, vielleicht den Sprung ins kalte Wasser wagen. Schauen, wagen, Fehler machen, aufstehen und neu anfangen“, so Weber. Dabei sei entscheidend, „dass wir es gemeinsam wagen und ganz nach unserem 20 Jahre alten Leitbild handeln: Gemeinsam sind wir stark“, betonte es Superintendent Weber abschließend.
Planstellenprozess 2028+
Im Rahmen des Planstellenprozesses 2028+ beschloss die Kreissynode dann entsprechend die Bildung neuer Regionen, ab dem 01.01.2026 besteht der Kirchenkreis aus statt bisher fünf nun drei Regionen: Eifel, Hunsrück-Mosel sowie Trier-Saarburg. Zur Region Eifel gehören die Gemeinden Bitburg, Prüm, Gerolstein-Jünkerath, Daun und Wittlich. Zur Region Hunsrück-Mosel gehören die Gemeinden Thalfang-Morbach, Mülheim, Veldenz, Bernkastel-Kues, Kleinich, Hottenbach-Stipshausen, Rhaunen-Hausen-Sulzbach und die Hochwaldgemeinde. Zur Region Trier-Saarburg gehören die Gemeinden Saarburg, Konz-Karthaus, Trier, Ehrang und Hermeskeil-Züsch.
Die Presbyterien der Kirchengemeinden hatten bereits im Vorfeld darüber beraten, den endgültigen Beschluss hat nun die Kreissynode mit großer Einmütigkeit gefasst. Diese Neubildung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zum Planstellenkonzept 2030. Bis 2030 stehen den Gemeinden der drei Regionen nun insgesamt 19,5 Planstellen zur Verfügung. Über die Verteilung der Planstellen in den Regionen entscheiden wie bisher die Gemeinden der jeweiligen Region, die genaue inhaltliche Erarbeitung dessen ist ein noch anstehender, weiterer wichtiger Schritt des Prozesses. Die Gemeinden der Regionen entscheiden ebenfalls über die Verteilung des gemeindepädagogischen Dienstes bzw. die Aufteilung der finanziellen Mittel. Sollten Stellen in den Regionen geschaffen und besetzt werden, sind die Stellen auf der Ebene des Kirchenkreises anzusiedeln, der Kirchenkreis ist dann Anstellungsträger.
(Weitere Infos zum Planstellenprozess 2028+ s.u.)
Gemeinsame Lektorenzurüstung
Die Kreissynode beschloss zudem eine Vereinbarung zur gemeinsamen Lektorenzurüstung – in drei Kirchenkreisen im südlichen Rheinland, Simmern-Trarbach, Trier sowie im sich zum 1. Januar gründende Kirchenkreis An der Saar, wird es ab dem kommenden Jahr eine gemeinsame Ausbildung von Lektorinnen und Lektoren geben, eine entsprechende Rahmenvereinbarung regelt die Organisation und Finanzierung der Zurüstung verbindlich. Dadurch soll Interessierten eine standortnahe, einheitliche und qualitativ hochwertige Ausbildung ermöglicht und Synergieeffekte geschaffen werden, von denen Kirchengemeinden, Kirchenkreise und die künftigen Lektorinnen und Lektoren gleichermaßen profitieren.
Gottesdienst zur Kreissynode 2025
Eröffnet wurde die Kreissynode mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier. Die Predigt hielt Pfarrer Fynn Harden-Süsterhenn von der Evangelischen Kirchengemeinde Ehrang, Liturg war Pfarrer Matthias Ratz, Evangelische Kirchengemeinde Trier. Der Gottesdienst stand thematisch passend zu den Beratungen der Kreissynode unter dem Motto „Synode in bewegten Zeiten“ und stellte die zukunftsweisende Frage: „Wie wollen wir als Kirche in naher Zukunft sein?“ Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Kirchenmusikdirektor Martin Bambauer an der Orgel.
Info Planstellenprozess 2028+:
Der Planstellenprozess 2028+ des Evangelischen Kirchenkreises Trier beinhaltet die Frage nach der Zukunft der Pfarr- und Planstellen für die kommenden Jahren. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Synode beschlossen, in den Jahren 2025 bis 2027 einen Konzeptionsprozess durchzuführen, in dem unter anderem die Zahl der Regionen im Kirchenkreis, die Anzahl der Pfarrstellen und die künftige Stellenstruktur in den Gemeinden und Regionen sowie die inhaltliche Ausrichtung der kirchlichen Arbeit in den Regionen und Gemeinden beschrieben wird, unter besonderer Beachtung der Finanzierbarkeit des Planstellenkonzeptes. Die Steuerung wie auch Umsetzung dieses Konzeptionsprozesses liegt beim Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises, die Geschäftsführung für den Prozess liegt bei Pfarrerin Vanessa Kluge sowie Pfarrer Thomas Luxa. Die Konzeptionsarbeit findet dabei vor allem in den einzelnen Regionen des Kirchenkreises statt, die Kirchengemeinden und Presbyterien sind als „Entscheiderinnen vor Ort“ gefragt, abschließend steht gegebenenfalls die Anpassung des Planstellenkonzeptes an.
Info Lektorinnen und Lektoren:
Lektorinnen und Lektoren gestalten und leiten eigenverantwortlich Gottesdienste in ihren Kirchengemeinden. Sie verfassen die Gebete, suchen die Lieder aus und übernehmen dann im Gottesdienst die Aufgaben, die sonst ein Pfarrer, eine Pfarrerin hat. Für die Predigt orientieren sie sich an einer sogenannten „Lesepredigt“.
Evangelischer Kirchenkreis Trier:
Der Evangelische Kirchenkreis Trier (EKKT) ist die Gemeinschaft der protestantischen Kirchengemeinden in den Regionen Mosel/Saar, Eifel und Hunsrück. Er gehört zur Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Kreissynode, das Parlament des Kirchenkreises, setzt sich aus rund 80 Abgeordneten der 18 Gemeinden sowie Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitsbereiche und Einrichtungen zusammen. Der rund 5.000 Quadratkilometer große Kirchenkreis ist der flächengrößte in der Rheinischen Landeskirche. Derzeit leben rund 48.000 evangelische Christinnen und Christen in dem Gebiet. Die Kreissynode tagt in der Regel zweimal im Jahr. Sie entscheidet über die inhaltliche und finanzielle Arbeit des Kirchenkreises.

