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Super-Olevian schmückt Superintendentur - Kirchenkreis Trier bekommt überlebensgroßes Olevian-Graffiti

Trier/Tucson – Anlässlich der in der kommenden Woche beginnenden Caspar-Olevian-Ausstellung in der Trierer Stadtbibliothek bekommt der Evangelische Kirchenkreis Trier ein besonderes Geschenk. Demnächst wird ein überlebensgroßes Graffiti mit dem Konterfei des Trierer Reformators Caspar Olevian (1536-1587) das Dienstgebäude des Kirchenkreises in der Engelstraße schmücken. Der amerikanische Graffiti-Künstler George Webster schenkt dem Kirchenkreis dieses außergewöhnliche Geschenk anlässlich der Ausstellung zum Reformationsjubiläum.

"Ich bin überwältigt und erst einmal sehr überrascht", sagte Dr. Jörg Weber, Superintendent des Kirchenkreises Trier angesichts dieses Geschenks in einer ersten Stellungnahme. Der Brief mit der Ankündigung des Geschenks erreichte ihn erst gestern. "Aber ich freue mich, dass wir von diesem international bekannten Künstler in diesem Jahr bedacht werden", so Weber. Der in der amerikanischen Theo-Graffitiszene bekannte Künstler George Webster (25) hat bereits seine Heimatstadt Tucson/Arizona mit einem Graffiti des amerikanischen Predigers Charlie March (1918-1983) bedacht. Anlässlich des 25. Todestags des Theologen sprühte Webster vor einigen Jahren das 5,51 Meter große Graffiti von March auf die Jugendkirche in Tucson.

Das Olevian-Graffiti soll wesentlich größer werden. Webster schwebt eine Höhe von 15,50 Meter vor. Auf den Trierer Reformator wurde Webster durch das Olevianbuch des Kirchenkreises von 2009 aufmerksam. Die Gestaltung sei "Warhol-like" und habe ihn inspiriert, so der amerikanische Graffitikünstler. Damit man sich vorstellen könne, wie das Kunstwerk wirke, werde man am Tag der Ausstellungseröffnung eine digitale Variante des Kunstwerks realisieren, so Webster. Dazu soll ein Bild auf die Außenwand der Superintendentur projiziert werden.

Eilends geäußerte Bedenken, das Olevian-Graffiti werde aufgrund seiner Größe in Konkurrenz zu der in der Nachbarschaft zur Engelstraße geplanten Marx-Statue am Simeonstift geraten, zerstreute der Trierer Superintendent. Schließlich habe Marx im Jahr 2004 die Wahl zum größten Trierer klar für sich entschieden, während Olevian nur auf den hinteren Plätzen gelandet sei. Außerdem werde ein umfangreiches Forschungsprojekt geplant. "Ich werde noch in der kommenden Woche den Olevian-Forscher und Trierer Kirchenhistoriker Prof. Dr. Andreas Mühling bitten, im Wintersemester Olevian-Marx-Lectures anzubieten, um eventuell bestehende Verbindungen zwischen Olevian und Marx wissenschaftlich zu beleuchten."


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