Die Welt ist und bleibt bunt – Flüchtlingsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Trier

Zuständig für Flüchtlingsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Trier: Patricia Schmidt-Luxa, Friederike Kuhlmann-Fleck und Christoph König (v.l.).

Trier - Schnelle, unkomplizierte und vor allem menschennahe Hilfe für Flüchtlinge, das ist seit jeher ein Anliegen von Diakonie und evangelischer Kirche. Auf ihrer Herbsttagung 2014 hat die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier deshalb angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation kurzfristig beschlossen, Mittel aus dem Budget des Kirchenkreises aus den Haushalten 2015 und 2016 für pastoral-seelsorgerliche und diakonische Arbeit im Kirchenkreis für Flüchtlingsarbeit einzusetzen. In direkter Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach und damit in der Kombination von kirchlicher und diakonischer Arbeit soll die Unterstützung insbesondere in die Gemeinden gelangen, Gemeinden sollten in ihrer Flüchtlingsarbeit vor Ort unterstützt und beraten, eine direkte Weitervermittlung an die Fachberatung des Diakonischen Werkes möglich gemacht werden. Seit guten einem halben Jahr sind deshalb Pfarrer Christoph König mit einer halben Pfarrstelle sowie Pfarrerin Friederike Kuhlmann-Fleck, ebenfalls mit einer halben Stelle, für die Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Trier zuständig. Patricia Schmidt-Luxa unterstützt als Fachberaterin die Arbeit seitens des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach, dies tut sie in enger Abstimmung mit den Migrationsfachdiensten der Diakonie.

Carsten Stumpenhorst, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach gGmbH, erläutert das dahinterstehende Konzept: "Um der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung der steigenden Zugangszahlen mit praktischen Lösungen zu begegnen, möchten wir als Kirche und Diakonie die Flüchtlinge beim Ankommen und der Integration tatkräftig unterstützen. Dafür stellen der Kirchenkreis Trier und die Landeskirche bewusst Eigenmittel bereit, um abseits der durch die Politik umgesetzten Maßnahmen Verantwortung zu übernehmen. Über eine enge Zusammenarbeit zwischen Diakonischer Fachkraft und Seelsorge schaffen wir ein Angebot, dass den Flüchtlingen und auch den Kirchengemeinden in unserem Kirchenkreis unterstützend zur Seite steht und hoffentlich viele Multiplikatorenkräfte weckt. Nur gemeinsam kann Integration wirklich nachhaltig gelingen."

Vielfältige Aufgaben - vielfältiges Engagement

Die Aufgaben von Christoph König, Friederike Kuhlmann-Fleck und Patricia Schmidt-Luxa sind dabei genauso vielfältig, wie die Menschen, auf die sie täglich treffen. So beraten und begleiten sie evangelische Kirchengemeinden in Sachen Flüchtlingsarbeit. "Ich bin sehr angetan von dem vielfältigen Engagement in den Gemeinden", erzählt Schmidt-Luxa von ihren ersten Begegnungen und Erfahrungen. Bestehende Netzwerke in Sachen Flüchtlingsarbeit werden unterstützt, bei der Frage nach neuen Angeboten beraten und informiert. Zu den Aufgaben gehören aber auch Glaubenskurse, ein Schwerpunkt von Kuhlmann-Fleck: "Ich bin beeindruckt davon, was viele Menschen bereit sind, für ihren Glauben einzusetzen und wie ernsthaft und tiefgehend sie sich damit befassen", berichtet die Pfarrerin. Alle drei stehen darüber hinaus auch für direkte pastorale Seelsorge sowie Beratung von Flüchtlingen. "Ich bin tatsächlich für die Fragen zwischen Himmel und Hölle zuständig, wo es um Grenzerfahrungen geht, mit denen die Menschen hierher kommen", so König, und erzählt in diesem Zusammenhang auch von seinem anstehenden Besuch bei einer Frau und ihrer kleinen Tochter, für die es eine kleine Feier auszurichten gilt - aus Dankbarkeit dafür, dass sie nicht bei der Flucht über das Meer ertrunken sind.

Alle menschlichen Nöte und Probleme

Neben diesen Grenzerfahrungen sei es aber auch wichtig, die Menschen nicht auf ihre Rolle als Flüchtlinge zu reduzieren, ergänzt Kuhlmann-Fleck. "Auch wer flüchten muss, bleibt Mensch - mit allen menschlichen Nöten und Problemen - Liebeskummer, Familienprobleme oder Trauer um Verstorbene." Schmidt-Luxa ergänzt die Beratung mit den Fachkenntnissen der Diakonie: "Das ist ein weites thematisches Feld", beschreibt sie die Bandbreite der Anfragen. Wichtig ist dabei der enge Kontakt mit der Migrationsfachberatung des Diakonischen Werkes, Hand in Hand arbeiten so Kirchenkreis und Diakonie zusammen. Und das auch räumlich: Im alten Pfarrhaus der Evangelischen Kirchengemeinde Konz haben König und Schmidt-Luxa ihre Büros, ebenso ist dort auch das Diakonische Werk mit einer Außenstelle der Migrationsfachdienste vertreten. Kuhlmann-Fleck ist im Dietrich-Bonhoeffer-Haus und im Café Basilika in Trier zu finden, hier bietet sie regelmäßig Beratung an. Wie es in ein paar Monaten weitergeht und wie die Angebote und Arbeitsfelder dann aussehen - wer weiß. Denn die Planungen und Ideen richten sich vor allem nach den Menschen am jeweiligen Ort, in Konz beispielsweise ist zur Zeit das "Café Hilfreich" geplant, das Flüchtlinge und Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde zusammenbringen soll. "Das Kontinuum in der Flüchtlingsarbeit ist, dass es keines gibt", weiß Kuhlmann-Fleck. Und König ergänzt: "Wir wissen nicht, wie sich die Schwerpunkte verändern. Aber wir wissen, was wichtig ist: Seelsorgliche Beratung und Begleitung und die diakonische, praktische Hin-Geh-Struktur." Denn: "Wir arbeiten in der Welt für die Welt - und die Welt ist und bleibt bunt."

Kontakt: Evangelischer Kirchenkreis Trier, Referat für Bildung, Kommunikation und Medien - Öffentlichkeitsarbeit -Engelstraße 12, D-54292 Trier, Fon: 0651 20900-71, Fax: 0651 20900-72, E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@ekkt.net

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