Februar 2014

FREMD(E) IN DER HEIMAT - LEBEN UND LEIDEN IN DER GROSSREGION

Der Februar gehört der zeitgenössischen Literatur aus der Großregion SAAR-LOR-LUX. Die Autorin und die Autoren erzählen - teilweise autobiographisch inspiriert - von Familienschicksalen im späten 19. und im 20. Jahrhundert. Sie alle, die Autoren und ihre Figuren, sind hier beheimatet, aber ihre Geschichten zeigen, wie bedroht diese Heimat in der Grenzregion oft war.
Die heutige Autorengeneration hat es besser: Sie ist hüben wie drüben gern gesehen.


Mittwoch, 5. Februar 2014, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

REGION SAAR

Marion Hammes, Saarbrücken

TAGE WIE AUS BLAUER SEIDE

Eine Augenerkrankung reißt Marlene aus ihrem Alltag. Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Lebenskrise begibt sie sich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit ihrer Vorfahren. Im zerrissenen Europa der Weltkriege verbinden sich die Schicksale von Menschen aus Belgien, Deutschland und dem Saarland und werden Teil der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Aus wechselnden Perspektiven erzählt Marion Hammes bewegende Geschichten von Ausweisung und Auswanderung, von Alltagsbewältigung, Kriegserfahrung und nicht zuletzt
von starken Frauen und der Liebe. Die Autorin Marion Hammes legt mit „Tage wie aus blauer Seide“ ihr Debüt vor. Sie lebt in der Nähe von
Saarbrücken.


Mittwoch, 12. Februar 2014, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

REGION LOTHRINGEN

Roman Schafnitzel

AM SIEBTEN TAG ERSCHUF GOTT DIE VERGÄNGLICHKEIT

»Am siebten Tag erschuf Gott die Vergänglichkeit« erzählt die Geschichte eines Lebens an der deutsch-französischen Grenze. Der Roman beschreibt über drei Generationen hinweg nicht nur die Auswirkungen des deutsch-französischen Verhältnisses auf den »kleinen Mann«, sondern auch die Geschichte von starken Frauen, die sich in den Wirren der Kriege und den Jahren danach behaupten.
Roman Schafnitzel, 1971 in Tettnang am Bodensee geboren. Studierte Germanistik und Sozialkunde in Saarbrücken, wo er auch sein Referendariat absolvierte. Seit 2001 unterrichtet er als Lehrer an einer Realschule in der Pfalz und lebt seit vielen Jahren in Frankreich.


Mittwoch, 19. Februar 2014, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

REGION LUXEMBURG

Emil Angel, Esch

„…IHR BILDER, DIE LANG ICH VERGESSEN GEGLAUBT“. EINE KINDHEIT IM LUXEMBURG DER NACHKRIEGSZEIT

Nachbarschaftliches, bescheidener Wohlstand und die Wunden der Vergangenheit: in einem unaufgeregten Stil schildert Angel in seinen Kindheitserinnerungen das Aufwachsen und seine Erlebnisse als Kind in einer Kleinstadt im Süden Luxemburgs. Emil Angel, 1940 geboren, lebt in Esch-sur-Alzette. Er war zuletzt als Geographielehrer am Lycée Technique in Esch-sur-Alzette tätig. Er schreibt auf Luxemburgisch und Deutsch Erzählungen, Theaterstücke, Glossen und Reisereportagen. Sein Hauptthema ist der Mensch, sein Leiden, seine Ängste, Freude und Sehnsüchte, die in seinem Angels Werk
immer wieder erzählerisch reflektiert werden.

März 2014

MÖNCHTUM HEUTE IN OST UND WEST II

Nachdem eine Veranstaltungsfolge im Oktober 2012 großes Interesse gefunden hat, folgt jetzt eine Ergänzung und Fortsetzung mit einem Vortrag über Orden und Kommunitäten in den Kirchen der Reformation, einem Reisebericht über buddhistisches Mönchtum in China und einem Besuch der Abtei Himmerod.


Mittwoch, 12. März 2014, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

Rektor em. Dr. Karl-Adolf Bauer, Trier

PROTESTANTISCHES MÖNCHTUM? ORDEN UND KOMMUNITÄTEN IN DEN KIRCHEN DER REFORMATION.

„Die aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen lehnen das Mönchtum ab.“ So oder ähnlich steht es in den meisten Lexika. Stimmt diese Feststellung?
Der Vortrag will über Vorurteile aufklären und darstellen, wie es weltweit in den evangelischen Kirchen in der Tradition des Mönchtums zu neuen Gemeinschaftsformen verbindlichen Christseins in ökumenischer Offenheit gekommen ist.


19. März 2014, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

Prof. Dr. Gunther Franz, Trier

„HEILIGE BERGE“ IN CHINA. REISEEINDRÜCKE VOM BUDDHISTISCHEN MÖNCHTUM HEUTE.

Als Fortsetzung einer Reise zu Klöstern in Tibet folgt ein Bericht über „heilige“ und „mythische“ Berge im eigentlichen China (Norden und Mitte).
Nach der Legende hat der Bodhisattva der Weisheit auf den fünf Gipfeln des Wutai Shan residiert und seine Lehre verkündet. Auf jedem der bis 3000 m
hohen Gipfel stehen Klöster / Tempel, die zurzeit zügig aufgebaut werden. Im Shaolin-Kloster ist der Zen-Buddhismus und die Kampftechnik Kung-Fu entstanden, die heute in großem Umfang gelehrt wird.


Mittwoch, 26. März 2014, 14 Uhr, Abfahrt: Roter Turm, Mustorstraße

EIN BLICK HINTER KLOSTERMAUERN. BESUCH DER ABTEI HIMMEROD

Die 1134/35 durch Bernhard von Clairvaux gegründete Zisterzienserabtei im Salmtal hat eine reiche Geschichte. Die barocke Klosterkirche wurde 1751
fertiggestellt, das Kloster in der Säkularisation 1802 aufgehoben. 1922 gründeten Zisterzienser von Marienstatt im Westerwald das Kloster neu. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Jahren ab 2008 befindet sich die Abtei in einem Prozess der Neuorientierung, unterstützt von einem Freundeskreis. In der Führung wird das heutige Leben der Mönche geschildert und das Museum in
der Alten Mühle besucht. Gelegenheit zum Kaffeetrinken.

Rückkehr bis 19.00 Uhr. Fahrtkosten 10 €

Verbindliche Anmeldung beim Ev. Gemeindeamt, Konstantinplatz 10, Tel. 99491200, E-Mail: ev-gemeinde.trier@ekkt.de.

Mai 2014

1914 – 2014: HUNDERT JAHRE ERSTER WELTKRIEG

Im Jahre 2014 jährt sich zum 100. Mal der Ausbruch des Ersten Weltkriegs – von Historikern als die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts oder als ein „Katalysator“ betrachtet, durch den die im Laufe des 19. Jahrhunderts aufgebauten politischen und sozialen Konflikte zugespitzt und in das 20.
Jahrhundert weitergetragen wurden. Das Mittwochsforum nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für eine Vortragsreihe, die sich besonders dem Protestantismus während der Kriegsjahre widmet.


Mittwoch, 14. Mai 2014, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

Christopher König, Trier

KRIEGSTHEOLOGIE? DER DEUTSCHE PROTESTANTISMUS UND DER AUSBRUCH DES ERSTEN WELTKRIEGS 1914/15

Die deutschen evangelischen Landeskirchen gehörten zu denjenigen gesellschaftlichen Gruppierungen, die sich im August 1914 mit Entschiedenheit
hinter die deutschen Kriegsanstrengungen stellten. Viele Geistlichen wurden mit dem Ausbruch des Krieges von einer Euphorie erfasst, die als „Geist
von 1914“ bezeichnet worden ist. Wie deuteten evangelische Geistliche den Krieg? Welche Erwartungen verbanden sie mit dem Kriegsausbruch? Anhand von Selbstzeugnissen, Predigten und anderen Äußerungen von Pfarrern
und Theologen soll in diesem Vortrag die nationale Selbstmobilisierung des deutschen Protestantismus untersucht und in die kirchliche und europäische
Gesprächslage der Vorkriegsjahre eingeordnet werden.


Mittwoch, 21. Mai 2014, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

Dr. Wiebke Wiede, Universität Trier

ANTISEMITISMUS UND ERSTER WELTKRIEG

Der Ausruf Kaiser Wilhelms II. „Ich kenne keine Parteien, ich kenne nur Deutsche!“ steht im August 1914 am Anfang des Ersten Weltkriegs. Ein Großteil
der jüdischen Bevölkerung im Deutschen Reich nahm den Kaiser beim Wort. Pflichtbewusst und opferbereit folgten sie der Parole und stellten sich
in den Dienst der deutschen Nation, darunter an die 10.000 Rekruten jüdischen Glaubens, die sich freiwillig zur Verteidigung ihres Vaterlandes
meldeten. Ihre Hoffnungen auf Anerkennung ihrer nationalen Demut erfüllten sich nicht. Tatsächlich kam es im Verlauf des Krieges und nach Ende des
Krieges zu einer Transformation und Radikalisierung antisemitischer Affekte in Europa, die in dieser Veranstaltung anhand des Deutschen Reichs vorgestellt und diskutiert werden.


Mittwoch, 28. Mai 2014, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

Prof. Dr. Andreas Mühling, Trier

DER DEUTSCHE PROTESTANTISMUS UND DAS JAHR 1917

Das Jahr 1917 ist für die politische Weltgeschichte von epochaler Bedeutung. Der Protestantismus war auf vielfältige Weise in diese Grundkonflikte verwoben. Er war mit Einzelpersonen oder Organisationen in allen Klassen, Schichten, Interessenverbände, Armee und Parteien präsent. Zugleich durchzog der Konflikt zwischen konservativem und liberalem Protestantismus die innen- wie außenpolitischen Debatten des Jahres 1917. Die großen Themen dieses Jahres beherrschten auch den Protestantismus, rangen Protestanten um jene
Lösungen, die ihren politischen Zielsetzungen am besten entsprachen. Das Ziel des Vortrages ist es, die wichtigsten politischen Konflikte dieses Jahres
wie auch Reaktionen aus dem protestantischen Lager darauf kennenzulernen.