Oktober 2015

Mittwoch, 7. Oktober 2015, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

Prof. Dr. Gunther Franz , Trier

Der "Pfaffenkrieg" Franz von Sickingens gegen Trier

Zur Vorbereitung des 500-jährigen Reformationsjubiläums erinnert Rheinland-Pfalz an den Ritter Franz von Sickingen, der auf seiner Ebernburg Ulrich von Hutten und Reformatoren Schutz bot und als Anführer der Ritterschaft in einem Feldzug gegen den Kurfürsten von Trier die Stadt Trier belagerte. Die Fehde wurde als "Pfaffenkrieg" bezeichnet, weil Franz sich gegen den Erzbischof, alle Pfaffen und Mönche wandte. Wenn er gesiegt hätte, wäre die Kirchengeschichte des Rheinlandes anders verlaufen. Eine Folge war die Zerstörung der Abtei St. Maximin vor den Trierer Stadtmauern. Das Franzensknüppchen auf dem Petrisberg erinnert an die dramatischen Ereignisse.

 

Mittwoch, 14. Oktober 2015, 9.30 Uhr, Konstantinplatz, Abfahrt am "Roten Turm"

Dr. Caroline Feulner, Mainz

Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation – Fahrt nach Mainz und Führung durch die Ausstellung

Franz von Sickingen (1481-1523) ist eine der schillerndsten Gestalten der Reformationszeit. Er führte zahlreiche Fehden, förderte den Humanismus und machte seine Ebernburg zu einem Zentrum reformatorischer Ideen im Westen des Reiches. Eine große Sonderausstellung des Landesmuseums Mainz zeigt mit einer Vielfalt von hochkarätigen Leihgaben und bisher selten gezeigten Objekten den Einfluss von Rittern wie Sickingen auf die Reformation. Werke Dürers und Cranachs, Prunkharnische und seltene Turnierbücher ermöglichen es, eine vom Umbruch geprägte Epoche nachzuerleben. Frau Dr. Caroline Feulner, Kuratorin am Mainzer Landesmuseum, wird durch die Ausstellung führen. Außerdem besteht die Möglichkeit, um 13 Uhr an einer Führung durch die interessante Sonderausstellung im Dommuseum Mainz "Schrei nach Gerechtigkeit. Leben am Mittelrhein am Vorabend der Reformation" teilzunehmen.

Anmeldung und weitere Informationen über das Gemeindebüro der Evangelischen Kirchengemeinde Trier, Tel.: 0651 / 99491200. Kosten für Eintritt und Bus: 25 Euro, zzgl. 6 Euro Eintritt bei Teilnahme an der Führung durch das Dommuseum. Teilnehmerzahl: 25

November 2015

Mittwoch, 11. November 2015, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

Dr. Andreas Mertin, Hagen

Luther und die Folgen für die Kunst

Die Reformation war mehr als ein religiöses Ereignis. Auf dem Gebiet der Kunst hat sie für weitreichende Veränderungen gesorgt und die Grundlagen für die Entstehung der Moderne angebahnt. Mit den Impulsen der Reformation wird die Entstehung der modernen Kunst verständlicher, denn die Reformation hat die Kunst von der Unterordnung durch die Religion befreit und damit neue grundsätzliche Ausdrucksmöglichkeiten der Kunst ermöglicht. Anhand von Beispielen wird der Publizist, Kurator und Medienpädagoge Andreas Mertin in seinem Vortrag fragen, wie das Verhältnis von Kunst und Religion zu verstehen ist, was sie heute bewegt, welche Freiräume sie erkunden und für die Menschen erschließen.

 

Mittwoch, 18. November 2015, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

Dr. Christopher König, Bochum/Trier

Bilder und „Bildersturm“ in der reformatorischen Bewegung des 16. Jahrhunderts

Einzelne ikonoklastische Ausschreitungen gehörten zu den Begleiterscheinungen der reformatorischen Bewegungen im 16. Jahrhundert. Das frühneuzeitliche Luthertum bildete seine theologische Position zur Bilderfrage in der Auseinandersetzung mit der römisch-katholischen Bilderverehrung und der calvinistischen Praxis, Bilder überwiegend zu entfernen, aus. Die vorreformatorischen Konzeptionen wurden nicht einfach fortgesetzt, sondern ein neues Bildverständnis entworfen, nach dem Bilder als Auslegung der Bibel gefördert und bejaht wurden. Dieser Vortrag führt in die unterschiedlichen Positionen in der Auseinandersetzung um Bilder im 16. Jahrhundert ein.

Dezember 2015

Mittwoch, 2. Dezember 2015, 15.30 Uhr, Caspar-Olevian-Saal

Dr. Birgit Münch, Trier

Ein Bilderbuch für "Kinder und Einfeltige"?: Luthers Passional von 1529 und seine Funktion(en) in der privaten Frömmigkeitspraxis

Das Jahr 1529, gemeinhin als "Bilderjahr der Reformation" bezeichnet, brachte erstmals Luthers Gesangbuch mit Textillustrationen als frühestes illustriertes Gesangbuch hervor. Im gleichen Jahr erschien das mit wenigen Abbildungen illustrierte Betbüchlein zusammen mit dem sogenannten Passional und zeigte nun 52 Illustrationen des Neuen und Alten Testaments. Im ausführlichen Vorwort legt Luther seine Beweggründe für die Neukonzeption des Werks dar. Der Vortrag analysiert Form und Funktion des Buches und versucht eine Revision der bestehenden Forschungsmeinung, gerade in Bezug zu Titel- und Bildauswahl des der privaten Frömmigkeit gewidmeten Buches.

 

Mittwoch, 9. Dezember 2015, 15.30 Uhr, Museum am Dom

Museumsdirektor Markus Groß-Morgen, Trier

… und ist Mensch geworden (Ausstellung im Museum am Dom)

Das eigentlich Unfassbare, dass ein Gott Mensch wird, haben Künstler seit frühchristlicher Zeit in Bildern zu fassen versucht. Sie berufen sich mit ihren Bildfindungen im Wesentlichen auf das Lukas- und Matthäus-Evangelium. Aber auch apokryphe Schriften werden mit verwendet und illustriert. Die kleine Ausstellung im Museum am Dom erzählt die verschiedenen Stränge der Weihnachtserzählung von der Geburt Johannes des Täufers, der Verkündigung an Maria bis zur Flucht nach Bethlehem. Ikonen, Gemälde und Skulpturen, Werke der Volkskunst bis hin zu Werken zeitgenössischer Künstler werden bei der Führung vorgestellt. Eintritt 3 Euro.