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International renommierter Komponist, Organist und Improvisator Thierry Escaich spielt am 25. Juli in der Basilika

 

Trier - Das vierte Orgelkonzert des diesjährigen Orgelsommers in der Konstantin-Basilika (Ev. Kirche zum Erlöser) beginnt am Mittwoch, 25. Juli 2012 um 20.30 Uhr. Zu Gast an der Schuke-Orgel der Basilika ist Thierry Escaich (Paris / Frankreich). Sein Programm umfasst Werke von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms, Jehan Alain, Maurice Duruflé sowie Improvisationen. Der Eintritt zum Konzert ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende zugunsten der neuen Hauptorgel gebeten.

Der international hochgeschätzte Komponist, Organist und Improvisator Thierry Escaich spielt als einer seiner originellsten Vertreter eine prominente Rolle im zeitgenössischen Musikschaffen: Für ihn sind die drei Facetten seiner Kunst untrennbar und er setzt sie ein um sowohl sein profiliertes inneres Erleben als auch seinen nicht zu unterdrückenden Wunsch nach Ausdruck zu reflektieren.
Der 1965 geborene Thierry Escaich lehrt seit 1992 am Pariser Konservatorium CNSM, wo er selbst 8 erste Preise gewonen hat, die Fächer Improvisation und Komposition. Er ist seit 1997 Organist an der Pariser Kirche St-Étienne-du-Mont (als Nachfolger von Maurice Duruflé) und bereist alle Kontinenten als Konzertorganist und Komponist. Wo immer er hinkommt, gelingt es ihm, sein Publikum mit seinem großen Repertoire in Verbindung mit eigenen Kompositionen und Improvisationen zu fesseln.
Zu seinen jüngsten und bevorstehenden Konzertengagements zählen Auftritte in New York, Philadelphia, Los Angeles, Chicago, Toronto, Vancouver, Tokyo, Berlin, Wien (Konzerthaus und Musikverein), Budapest, St. Petersburg, London (The Proms) und zahlreichen anderen Festivals in Frankreich und im Ausland.
Seine Leidenschaft für das Kino lässt ihn regelmäßig auf dem Klavier und der Orgel improvissieren. So hat er auch 1999 im Auftrag des Louvre die Musik zu Frank Borzages Film „L´Heure suprême“ komponiert.
Als Komponist wurde er erstmals 1989 entdeckt als er den Blumentahl-Preis der französisch-amerikanischen Stiftung „Florence Blumentahl“ erhielt. Ebenso erregte er durch frühe Werke wie dem Saxophon-Konzert „Le Chant des ténèbres“ oder dem Chorwerk „Ad ultimas laudes“ Aufmerksamkeit. Heute umfasst sein kompositorisches Oeuvre mehrere hundert Werke, die eine große Öffentlichkeit durch ihren Verzicht auf steriles Experimentieren, ihren hedonistischen Widerhall und ihre fiebrigen Rhythmen bezaubern.
Weitere Preisen folgten, darunter der „Prix des Lycéens“ 2002, der „Grand Prix de la Musique symphonique“ der SACEM in 2004 sowie bei zwei Gelegenheiten, in 2003 und 2006, der „Composer of the Year award“ der „Victoires de la Musique“.
Obwohl Thierry Escaich überwiegend für sein Instrument komponiert (Solowerke, Kammermusik, zwei Konzerte, „La Barque Solaire“ für Orgel und Orchester) ist er doch offen für alle Arten von Genres und Formen, immer daran interessiert, neue klangliche Horizonte zu eröffnen. Sein klar definierter Personalstil erscheint sowohl in seinen intimsten Werken als auch in großen Fresken wie z.B. der „Chaconne“ (2000) und „Vertiges de la croix“ (2004) für Orchester oder „Le Dernier Èvangile“, einem Oratorium für zwei Chöre, Orgel und Orchester (1999). In jüngster Zeit hat er eine Ballettmusik für das New York City Ballet komponiert, die ihre Welturaufführung im Mai 2010 in New York City erlebte.
Seine Musik wird häufig aufgeführt vom Orchestre Nationel de Lille, dem Orchestre de Bretagne und dem Orchestra National de Lyon, wo er mehrfach “Composer in residence” war, aber auch von renommierten internationalen Orchestern wie dem Philadelphia Orchestra, dem Orchester des Berliner Konzerthauses, dem Mariinsky Theater Orchestra oder dem Orchestre de Paris.
Durch den französischen Rundfunkchor, den BBC Choir sowie Musikerpersönlichkeiten wie Christoph Eschenbach, Lothar Zagrosek, Claire-Marie Le Guay, Paul Meyer, Iveta Apkalna, John Mark Ainsley, dem Trio Dali und dem Quatuor Voce wurde die Musik von Thierry Escaich weltweit bekannt.
Seine zahlreichen Einspielungen sprechen für sich. Kürzlich profilierte er sich als Organist mit „Organ Spectacular“ (einem reinen Improvisationskonzert). Zu den Einspielungen seiner Kompositionen zählen z.B. das „1. Orgelkonzert“ (Orchestre Philharmonique de Liège, Olivier Latry, 2002, ausgezeichnet mit dem französischen „Diapason d´or“), die „Lettres mêlées“ (Trio Wanderer 2009), „Miroit d´ombres“ (Gautier und Renaud Capuçon, Orchestra National de Lille, 2007, ausgezeichnet mit dem Preis „Choc de l´année“ der Zeitschrift „Monde de la Musique“) und „Exultet “ (Vokalensemble Sequenza 9.3.2006). Eine neue Einspielung von Orchesterwerken mit dem Orchestra National de Lyon, dem Geiger David Grimal, der Mezzosopranistin Nora Gubisch und Thierry Escaich selbst ist im April 2011 veröffentlicht worden. Sämtliche Aufnahmen sind erschienen bei Accord / Universal.