Kirche und Geschichte

1529 wurde in Kempfeld eine Kirche erbaut, die im 18. Jahrhundert erneuert wurde. Sie besaß eine Vorhalle wie die Kirche in Schauren und andere Gotteshäuser in der Gegend. Seit 1756 bildet die evangelische Gemeinde eine eigene Pfarrei, die zeitweise vom Sensweiler Pfarrer, heute von dem zu Schauren verwaltet wird. (Vor 1756 Pfarrei Veitsrodt). 

In den Tagen des großen Franzosenkaisers Napoleon verwaltete die Pfarrei zu
Veitsrodt und Kempfeld das berühmte Vagabundegenie Magister Laukhard. Aus
dieser Zeit stammt folgende Eintragung im Hottenbacher Kirchenbuch: 
>>Am 08.03.1811 in Kempfeld einen Mann aus Wirschweiler mit seiner Braut
aus Kempfeld getraut, da Pfarrer Schneegans von Wirschweiler-Allenbach noch
nicht ordiniert und Kempfeld sich in einem förmlichen Accord von Pfarrer Laukhard losgesagt.<< 

Vom 01.07.1817 bis zum 10.06.1819 war die Pfarrei Kempfeld mit Hottenbach verbunden

Der Abendmahlkelch:

Im Jahre 1884 erhielt die evangelische Kirchengemeinde Kempfeld einen Abendmahlkelch, gestiftet von Herrn Pfarrer Geibel. Der Kelch ist aus Messing und war versilbert. Aufgrund des Brandes der Kirche 1910 wurde der Kelch sehr in Mitleidenschaft gezogen. Im Jahre 2001 wurde er restauriert. Ein benachbarter Goldschmiedehandwerksmeister nahm sich dem Kelch an. Er lötete die defekten Stellen, glich alle Dellen aus und vergoldete ihn anschließend. Nun steht der Kirchengemeinde Kempfeld ein Kelch zu Verfügung der sicherlich einmalig in der Geschichte ist. Die Anwohner der Herrsteiner Strasse spendeten den Erlös ihres Straßenfestes der Kirche um den Kelch restaurieren zu lassen.

Am 25. August 1911 zerstörte ein Großfeuer die Kirche vollständig, wobei die Glocken schmolzen. Den Plan zum Neubau lieferte der regierende Bürgermeister Senz aus Köln, der 1903 auch den Neubau der Hottenbacher Kirche geleitet hat. Die neuen Glocken wurden am 05.Dezember 1920 feierlich eingeweiht.  Die dritte Glocke:‘‘Herr höre meine Stimme, wenn ich rufe, sei mir gnädig und erhöre mich." Pfarrer Blöcker, Lehrer Pitz Wilhelm.

 
Die Glocken wurden im Zuge des Zweiten Weltkrieges zum Einschmelzen
abtransportiert, um daraus Munition herzustellen. Den Befehl zu dieser Aktion, die in ganz Deutschland die Glocken aus den Türmen holte, gab der Rüstungsminister Albert Speer. Durch ihn wurden also auch die von Hommel gestifteten Glocken aus dem Turm der Kempfelder Kirche entfernt. Pikant an dieser Geschichte ist, das Albert Speer der Enkel von Hommel war! Der eine stiftet sie, der andere läßt sie abholen... 
Heute sind in der Kirche Stahlglocken, also nicht mehr die alten Glocken, 
die oft in die Kirchen zurückkehrten. 

Die Engel links und rechts vom Altar sind von ganz besonderer Bedeutung.
Auch sie wurden von Hommel gestiftet.  Zwei Früh-Barocke Engel, die zur
Weihnachtsgeschichte gehören.

"Fürchtet  euch nicht. Siehe, ich verkündige euch  große Freude, die allem Volk wiederfahren  wird. Denn euch ist heute der Heiland  geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt Davids".