Nachrichten

Wittlich feiert - Geindekonzeption und Rückblick auf's "Lutherjahr"

Im Anschluss an den feierlichen Reformationsgottesdienst mit Abendmahl in der vollbesetzten Christuskirche, bei dem auch zahlreiche Christen der katholischen Pfarreiengemeinschaft zugegen waren, lud die Evangelische Kirchengemeinde in Wittlich anlässlich der 500-jährigen Wiederkehr des Thesenanschlags in Wittenberg und damit den Beginn der Reformation alle Interessierten ein, die neue Gemeindekonzeption kennenzulernen.

Was vor mehr als 20 Monaten während eines Presbyterwochenendes in einem Grundgerüst erarbeitet, danach von den Pfarrern und den Presbytern in liebevoller und gründlicher Detailarbeit niedergeschrieben wurde, liegt jetzt ausformuliert als 40-seitige gedruckte Ausgabe vor. Sie beinhaltet neben den z.T. vorgegebenen Rahmenbedingungen und dem Auftrag insbesondere die vielfältigen Bausteine der örtlichen Gemeindearbeit und die (Mitmach-)Angebote diverser Gruppierungen.

Pfarrer Burgard und das Presbyterium freuten sich besonders über die Anwesenheit von Pfarrer Bruno Comes vom katholischen Pfarreienrat und des Ersten Beigeordneten der Stadt Wittlich, Albert Klein, bei der Präsentation. Jürgen Melchior vom Öffentlichkeitsausschuss der Kirchengemeinde führte in die Entstehungsgeschichte der Konzeption ein und zeigte an Beispielen, welche vielfältigen Aufgaben der Redaktionskreis mit Ulrike George, Cornelia Melchior und Anne Wettstein zu bewältigen hatte.

Das Lutherjahr in unserer Gemeinde

Der Thesenanschlag durch Martin Luther am 31. Oktober 1517 an die Eingangstür der Schlosskirche in Wittenberg ist historisch zwar nicht eindeutig verbürgt, aber trotzdem feierten wir in unserer Kirchengemeinde -wie auch im gesamten christlich-reformatorischen Raum- das sogenannte "Lutherjahr". Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte sogar die "Lutherdekade" ausgerufen. In einem Rückblick auf die zahlreichen Veranstaltungen in unserer Gemeinde soll noch einmal daran erinnert werden, "Was-Wann-Wo-Wie" stattfand und wie die ökumenische Verbundenheit mit den Christen der Katholischen Pfarreiengemeinschaft vor Ort mit Leben erfüllt ist.

Denn es begann am Reformationsabend 2016, als die "4. Nacht der Kirchen" unter dem Jubiläumsmotto der Rheinischen Landeskirche "Ich bin vergnügt, erlöst, befreit" in allen Wittlicher Kirchen der Kernstadt gefeiert wurde. Die drei Forderungen Luthers "sola fide, sola scriptura, sola gratia" wurden bravourös in den Kirchen umgesetzt.

Weiter ging es ökumenisch beseelt bei der gemeinsamen Sitzung von Presbyterium, Pfarrgemeinderat und Ökumeneausschuss Anfang Februar im St. Markus-Haus.

Und auch wissenschaftlich näherte man sich dem Reformationsjubiläum mit dem Vortrag von Professor Mühling über "Die reformatorische Bewegung auf dem Gebiet des Kirchenkreises Trier". Eine gelungene Informationsveranstaltung, die aber mehr Zuhörer verdient hätte.

Anfang März startete die "Konzertsaison" mit einem Gastspiel des bekannten Liedermachers Manfred Siebald. Lieder aus dem Alltag des Glaubens begeisterten die Zuhörer in der Christuskirche.

Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg als auch das kurz darauf stattfindende Ökumenische Christusfest der Evangelische Kirche im Rheinland auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz bildeten die Höhepunkte des Frühsommers. Die zahlreichen Teilnehmer aus Wittlich kehrten von beiden Veranstaltungen begeistert zurück.

Nachdem bei einem Runden Tisch der Frauen im Dekanat Wittlich die "Frauen der Reformation" zum ersten Mal zur Aufführung gelangten, konnten A. Wettstein und V. Kneib ihren Vortrag auch im Frauenkreis und sogar in den Räumen der Sparkasse EMH in Bernkastel-Kues vor einem interessierten Zuhörerkreis zu Gehör bringen.

Nach Meinung vieler Wittlicher war dann das Ökumenische Gemeinde(n)fest Ende August der absolute Höhepunkt der Feierlichkeiten. Monatelange Vorbereitungen des Organisationsteams und die Unterstützung vieler Helfer machten den Festsonntag zu einem vollen Erfolg. Mit dem Reinerlös in Höhe von 1134,46 € wird sowohl die Arbeit des Krankenhausclowns und der Hospizinitiative, beide in Wittlich, und die Aktion Rückenwind unterstützt. Die Kollekte des ökumenischen Gottesdienstes belief sich auf 582,14 €, sie wird der Wittlicher Tafel zugeführt.

Nach dem Mitmachkonzert mit Christoph Spengler und seiner Gruppe unter dem Motto: "Aus Fremden können Freunde werden" am Vorabend des Gemeinde(n)festes folgten noch drei weitere Konzerte, die unterschiedlicher nicht sein konnten: Ein hochklassiges Kantoreikonzert unter Leitung unseres Kirchenmusikers Tilman Bruus und den Gesangssolisten Claudia Glesius, Alexa Spielmann-Sips, Marc Dostert und Jean-Marie Kieffer beeindruckte die zahlreichen Zuhörer mit Werken von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelsson Bartholdy. Der Klassik folgte in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kindergarten Vitelliuspark als Kontrastprogramm das Familienkonzert mit Jörg Sollbach. Er und seine Handpuppe Martin zogen nicht nur die Kinder in ihren Bann.

Unser "Lutherjahr" endete mit einem Reformationsgottesdienst in der Christuskirche. Anschließend wurde den zahlreichen Gästen die neue Gemeindekonzeption vorgestellt. Auch diese fast zwei Jahre dauernde Fleißarbeit hatte ihre Intention aus der 500-jährigen Wiederkehr des Thesenanschlags in Wittenberg gewonnen.

Das Fazit dieses Jahres kann nur lauten: Gemeinsam in unserem Glauben sind wir stark und wir können sehr viel Positives erreichen. Und das vor allem zusammen und vereint mit den Brüdern und Schwestern von St.Markus und St.Bernhard und ... und ... und ...

jm


Bookmark and Share